Als „Casanova“ brillierte Helmut Schlösser. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM– Erstmals seit 25 Jahren präsentierten die Bretzenheimer Jakobiner in dieser Kampagne nicht nur eine, sondern zwei eigene, fröhliche Jakobiner-Sitzungen in der TSG-Halle. Die Riesenstimmung in der komplett gefüllten Halle an beiden Sitzungen machte deutlich: Diese Entscheidung war richtig, wie auch Ortsvorsteherin Claudia Siebner im Pausenempfang betonte: „Ich kann den Jakobinern nur gratulieren!“          Nach dem Prolog des Ehrenvorsitzenden Egon Schaubruch und dem Einmarsch des Komitees um den bestens aufgelegten Sitzungspräsidenten Markus Kieber war Protokollerin Gaby Klein die erste Rednerin in der Bütt. Neben dem maroden Bretzenheimer Rathaus und der Abstimmung zum Bibelturm war US-Präsident Donald Trump eines ihrer Themen: „Irgendwann wird er sein wahnsinniges Pulver verschossen haben.“ Ein tolles Zwiegespräch lieferten die Jugendlichen Sarah und Jan Tüttenberg unter dem Motto „Lasst doch mal uns Kinder an die Macht!“ Die Geschwister sprachen sich für bessere Bildungspolitik, gegen Doping, für eine konsequentere Klimapolitik und gegen die Wahnsinnssummen im Profifußball aus. Dafür gab es viel Applaus der begeisterten Narren im Saal. Mit gewohnt scharfer Zunge und spitzer Klinge brillierte Helmut Schlösser, der in diesem Jahr als „Casanova“ die Lacher auf seiner Seite hat. Donald Trump ist für ihn ein vorbildliches Beispiel für Inklusion: „In Amerika kann man sogar trotz offensichtlicher Geisteskrankheit Präsident werden!“ Auch die Lokalpolitik nahm er aufs Korn. Das war spitze. „Giacomo!–Mille grazie!“ Weitere Rednerinnen und Redner waren Hiltrud Fuhrmann als „Die Anner von de Mosel“, Matthias Bott als „Mrs Fleischworscht Rheinhessen“ und Gunther Raupach als „Der Mann mit dem man rechnen kann“.

„Kinder an die Macht!“, verkündeten Sarah und Jan Tüttenberg. Foto: Oliver Gehrig

 

Sehenswert war die Piratentour der Klinikathleten (Leitung: Lothar Schlömer), die nicht nur hohe menschliche Pyramiden bauten, sondern auch tolle Kostüme und Requisiten präsentierten. Weitere optische Akzente setzten das Hechtsheimer Ballett „Fun & Dance“ (Leitung: Tina Hesse) mit einem Ausflug in die 70er und das JMB-Männerballett als Trolls (Leitung: Tanja Kieber und Anne-Marie Wessa). Zuvor hatte bereits die akrobatische „Partytime“ des SAV Laubenheim (Leitung: Martina Reinhardt) mit Saltos und Würfen für Begeisterung gesorgt.                                                                                                  Da wollten die Musikgruppen nicht hinten an stehen. Thomas Neger und die Humbas rockten „Wenn Margit singt“ und das Gesangsduo „Doppelbock“ alias Andreas und Matthias Bockius „Komm mit nach Meenz am Rhoi“. Der Musikzug der Jakobiner unter Leitung von Kevin Klotz musizierte ein Billy-Joel-Medley. Mit den ehemaligen Hofsängern Hennes Schneider und Dieter Kral als „Hey die Meenzer“ sowie dem Finale endete die furiose Sitzung.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.