Das Showtanzballett des TV Hechtsheim unternahm eine rasante Zeitreise in die wilden 70er. Foto: Claudia Röhrich

HECHTSHEIM – Zu einer närrischen Fahrt quer durch die Hechtsheimer Wasserstraßen begrüßte Fidelia Narrhalla die Gäste im ausverkauften Weinlager des Karthäuserhofes. Unterwegs sorgten närrische Beiträge, Musik und Tanz für tolle Stimmung. Den Sitzungsort der Laternchen-Sitzung bezeichnet so mancher als „Fideliodrom“. Die beiden Brüder des Weingutes, Konrad und Hubert Meier, sowie das Team sorgten dafür, dass die Narren mit deftigen Speisen verköstigt wurden. Mit einem dreifachen „Laternche‘ hoch!“ nebst dem „Helau“ begrüßten Sitzungspräsident und Kapitän Reinhard Schwarz sowie Steuerfrau Nadine Meurer die Gäste. Musikalisch versorgte das Duo Niko Meurer und Dr. Klaus Koser den Event mit Tasten-, Seitenmusik und Gesang. Fehlen durften auch nicht die beiden Uffstumber Hans-Jürgen Lay und Thomas Sinsel, die gutgelaunt die geladenen Künstler sicher zur Bühne führten. Unter dem Motto „Vierfarbbunt, nach Narrenart, Fidelia geht auf große Fahrt“ startete die Fidelia in die sechste Kampagne.
Gemäß dem Motto ging Nadine Meurer, die viele Seemannslieder zum Besten gab, eingebettet in einem Schiffskostüm „MS Fidelinsche es Nadinsche“ auf große Fahrt. Moderator Schwarz gab zum Auftakt das Kommando: „Macht die Leinen los!“ Schon schritten die rotweißen Mannsbilder der Ginsheimer Altrheingarde samt ihrer bezopften Grazie auf die Bühne, um einige ihrer Gesangstitel an Mann und Frau zu bringen. Dabei mischten sie sich unter das textsichere Publikum. Bei Hebefiguren mussten die lilafarbenen Ballettdamen aus Lörzweiler wieder mal improvisieren: Der Konstrukteur der niedrigen Lagerdecke hatte beim Bau im Leben nicht daran gedacht, dass hier nicht nur Weinflaschen übereinander gestapelt werden sollen, sondern auch hübsche, ausgewachsene Mädchen. Ähnlich erging es dem Showtanzballett des TV Hechtsheim Fun & Dance, das eine rasante Zeitreise in die wilden 70er unternahm.

Freudig begrüßt wurden zwei jugendliche Rednerstars. Anna-Lena Boller und Johannes Rieth bewiesen bei ihrem „Date mit Trockenbrötchen“, dass sie das Zeug zum Mainzer Schlappmaul haben. „Schornsteinfeger“ Reinhard Schwarz schilderte seine politischen Beobachtungen vom Dach. Weichgespült anstatt kämpferisch seien die SPD-Politiker heute. Sonderbarerweise gibt es seit kurzem eine andere Bedeutung für den ewigen Streitpunkt AKK: Jetzt sind nicht mehr die Wiesbadener an allem Schuld, sondern eine Saarländerin. Die „Alternativen Bänkelsänger“ Wolfgang Heitz und Claus Eckert stellten bei ihrem Jahresrückblick fest: „Die Mainzer Bürger werden durch den Kakao gezogen.“ Sie lieferten einen ideenreichen Reimgesang ab. Der Fastnachts- und Brauchtumsverein FideliaNarrhalla hat Außerordentliches geleistet und bewiesen: Wir sind zwar klein, aber fein.

Teilen
Vorheriger ArtikelSchon jetzt eine Legende
Nächster ArtikelChorgesang hat Zukunft
Claudia Röhrich
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.