Der Kirchenchor St. Cäcilia sang im Gemeindegottesdienst der Hechtsheimer Pfarrkirche St. Pankratius. Foto: Jennifer Mohr

HECHTSHEIM – Anlässlich des 175. Chorgeburtstags des Katholischen Kirchenchors St. Cäcilia hörten die Gottesdienstbesucher die Jubilare selbst mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart. In der Pfarrkirche Sankt Pankratius feierte der mit Abstand älteste Hechtsheimer Verein unter der musikalischen Leitung von Johannes Herres gemeinsam mit Solisten, einem Projektchor, einem Projektorchester und der Gemeinde ein berührendes und feierliches Sonntagsordinarium. Dargeboten wurde die „Missa brevis et solemnis in C-Dur“. Die geläufige Bezeichnung „Spatzenmesse“ wurzelt im Orchestersatz eines im 18. Jahrhunderts stattfindenden, mit Rücksicht auf die musikalische Gesamtlänge der verhältnismäßig kurzen Messe feierlichen Gottesdienstes (Ordinarium). Die Violinfiguren im Hosanna des Sanctus und des Benedictus („Pleni sunt coeli”, „Hosanna in excelsis”) sollen dabei an das Zwitschern und Tschilpen von Spatzen erinnern.

“Gott achtet mich, wenn ich arbeite. Gott liebt mich, wenn ich singe.“ Dieses Zitat des bengalischen Philosophen und Dichters Rabindranath Tagore führte Pfarrer Tobias Geeb in seiner Predigt an und verwies dabei auf die Symbiose von Musik, Mensch und Gottesdienst. Der Kirchendialog sei mehr ein musikalisches Geschehen, das den Geist eröffne und ihn erhebe. Das Singen sei dabei ein elementarer Teil der Lobpreisung. Herz und Stimme erheben, dass es dem Herrn würdig und recht sei. Dabei bringe der Gesang das zum Schwingen, was als trockenes Lippenbekenntnis zu wenig wäre. “Ein Halleluja lässt sich nur singen!”, sprach der Pfarrer zu seiner Gemeinde.
Hinsichtlich des Chorjubiläums ist eine 33-seitige Festschrift mit Grußworten von Pfarrer Tobias Geeb, der Bundestagsabgeordneten Ursula Groden-Kranich und Ortsvorsteher Franz Jung sowie mit einzelnen Beiträgen, in denen Chormitglieder von ihren Erfahrungen mit Gesang und Musik berichten, erschienen. Es sei ein gutes Zeichen, dass der Kirchenchor St. Cäcilia sein 175-jähriges Bestehen feiern kann, sagte Pfarrer Tobias Geeb, grüßte die anwesende Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich und formulierte den freundlichen Appell, dass “200 Jahre” ein gutes nächstes Zwischenziel sei, das vor dem Chor läge.

Nach der Messe fand ein Empfang im Katholischen Gemeindehaus, Georg-Büchner-Straße 1, statt. Dorthin sind Interessierte zu den Proben des Kirchenchors dienstags von 20 bis 21.30 Uhr eingeladen. St. Cäcilia, der 1844 zunächst als Männergesangverein gegründet worden war, ist seit 1924 ein gemischter Chor mit 47 Mitgliedern, umfasst mit dem Projektchor zurzeit 65 Sängerinnen und Sänger und freut sich stets über neue Mitglieder in jeder Stimmlage.

Teilen
Vorheriger ArtikelErst im Saal, dann uff de Gass
Nächster ArtikelUnfall mit Straßenbahn
Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.