Dieser Weg soll für Lkws gesperrt werden, fordert der Weisenauer Ortsbeirat. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU. Die Fluglärmbelastung der südlichen Mainzer Stadtteile hat 2018 unverhältnismäßig zugenommen. Das geht aus dem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU und Grünen im Weisenauer Ortsbeirat hervor. Die Flugzeuge überflogen Mainzer Süden im Endanflug an mehr als 45 Prozent aller Tage und nicht wie gewöhnlich an 25 bis 30 Prozent. Einstimmig fordert das Gremium die Verwaltung zur Einwirkung auf die Fluglärmkommission und die Deutsche Flugsicherung auf, das Verfahren zur Festlegung der Betriebsrichtungen am Frankfurter Flughafen transparenter zu machen. Die bevorzugte Betriebsrichtung mit Anflug über Frankfurt bei Windstille soll beibehalten und die Rückenwind-Komponenten-Regelung strikt eingehalten werden.
„Der Trend ist nicht gut“, sagte Tobias Hoffmann (SPD), der ausführte, dass die Entscheidungen über die Flugrichtung nach Auskunft der DSF stets ein Senior-Lotse auf der Basis von Wetterdaten und „operativem Geschehen“ treffe. „Die transparente und nachvollziehbare Begründung ist aber nicht einsehbar.“ Sei die Lärmsteigerung nun „ausschließlich auf die besondere Wetterlage, die Änderung der bevorzugten Betriebsrichtung bei Windstille oder die Nichteinhaltung der Rückenwindkomponenten-Regelung zurückzuführen, wahlweise auch das einfache Bodenmanagement mit Anflug über Mainz bei hoher Auslastung oder den Wahlkampf vor der Landtagswahl in Hessen“: Die Gründe müssten für die Bürger nachlesbar und nachvollziehbar sein, so die Antragsbegründung. Einen ähnlichen Antrag wolle auch der Laubenheimer Ortsbeirat vorlegen.

Bei zwei Enthaltungen bat der Ortsbeirat die Verwaltung, den Bereich Dr. Friedrich-Kirchhoff-, Moritz- und Chattenstraße sowie Auf dem Stielchen von der Dr.-Friedrich-Kirchhoff-Straße für die Durchfahrt von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen zu sperren. Nach wie vor werde der beschriebene Weg von Baufahrzeugen genutzt, um zum ausgewiesenen Neubaugebiet am Steinbruch zu gelangen, sagte Hoffmann. „Der ausgewiesene Weg wird dagegen nicht genutzt.“ Stattdessen werde beim Einbiegen die Kurve geschnitten und dafür gar der Fußweg genutzt. Ein zweiter Antrag der SPD-Fraktion lautet, den Hintereingang des neuen Friedhofs gegenüber dem Kleingartenverein nach der erfolgreichen Bekämpfung der Rattenplage wieder zu öffnen. Außerdem soll das Tor derart ausgestattet werden, dass es leise schließt. Beschilderungen sollen darauf hinweisen, dass der Friedhof nicht als Fahrradweg genutzt werden darf.
In einem CDU-Antrag wird die Verwaltung gebeten, das Ehrenmal auf dem alten Friedhof zu reinigen. Instand gesetzt werden soll der Fuß- und Radweg am Zementwerk zwischen „Rheinschnook“ und der Autobahnrheinbrücke, so ein weiterer CDU-Antrag.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.