Sie waren die perfekten Einheizer der beiden Nachthemden-Sitzungen des KCK: die Spaßmacher-Company. Foto: Ralph Keim

KASTEL – Wenn das Publikum überwiegend in Weiß gekleidet erscheint und so aussieht, als käme es gerade aus dem Bett oder sei auf dem Weg ins Schlummerlager, so kann das nur eines bedeuten: Es ist mal wieder Nachthemden-Sitzung beim KCK.
Früher, in den fünfziger und sechziger Jahren war diese Form der unkonventionellen Sitzungen beim KCK der Knaller, vorbehalten allerdings für die Männer. Nach einer langen Pause seit Mitte 1973 hat die Traditionskorporation die Nachthemden-Sitzung vor zwei Jahren wieder aufleben lassen – und zwar nicht in der Mainzer Rheingoldhalle, sondern in der „Gut Stubb“ von Kastel – also im Bürgerhaus. Und einen absoluten Knaller gelandet.
Die beiden Ausgaben präsentierten auch in dieser Kampagne ein kurzweiliges Programm, von dem das Publikum restlos begeistert war. Und unter ihnen: der scheidende Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich, der zuletzt wegen Vorwürfe der Mauschelei wenig zu lachen hatte und deshalb auch nicht bei der anstehenden OB-Wahl antritt. Doch beim KCK hatte der amtierende Rathausschef wieder Grund zum Lachen. Und ihm wurde noch einmal eine besondere Ehrung zuteil: Er darf sich fortan „Nachthemden-Ritter zum armen Leuchter“ nennen. Denn zu diesem wurde er geschlagen.
Schon der Beginn der Nachthemden-Sitzung ließ erahnen, dass es eher eine Party statt eine konventionelle Sitzung werden würde. Denn die Spaßmacher Company zeigte, dass sie zu Recht zu den Top Fastnachtsgruppen gehört, wenn es darum geht, den Stimmungspegel nach oben schnellen zu lassen.

 

Ein solches Bild gibt es nur bei den Nachthemden-Sitzungen des KCK. Foto: Ralph Keim

Danach ging es auf den beiden gegenüberliegenden Bühnen Schlag auf Schlag weiter im Programm, durch das der bestens bekannte Detlev Schönauer führte: Johannes Bersch kurvte als Kreuzfahrt-Direktor durch das närrische Meer des Frohsinns, während Nadine Meurer mit ihren Stimmungsliedern das Publikum begeisterte. Das Show-Ballett „Inkognito“ setzte ein hervorragendes optisches Ausrufezeichen, während Horst Siegholt und Pit Karg sowie Marcus Schwalbach wieder ein verbales Gag-Feuerwerk zündeten.
Die „Alternativen Bänkelsänger“ Wolfgang Heitz und Claus Eckert brachten mit ihrer gesungenen Zeitkritik einen nachdenklich stimmenden Moment in die Nachthemden-Sitzung, während Markus Weber als „Kurpfälzer Meenzer“ brillierte. Die Altrheinstromer verbanden gesungene und optische Brillanz und leiteten das Finale ein.
Und wen wundert´s, dass nach dem Ende des Bühnenprogramms die Nachthemden-Narren noch lange im altehrwürdigen Kasteler Bürgerhaus feierten und tanzten.

Vorheriger ArtikelEin Secondhand Basar für gute Zwecke
Nächster ArtikelMit Auto ins Rutschen gekommen
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“