Die Sitzung der Malentengarde ließ keine närrischen Wünsche offen. Foto: Jennifer Mohr

MOMBACH – Die Sitzung der Maletengarde unter Sitzungspräsident Ralf Ruthard bot eine gelungene Mischung aus Tanz, Gesang und Vorträgen. Thomas Weigert bot in seinem Protokoll ein Spektrum, das von der AFD, über US-Präsident Trump bis hin zu den Wahlen zum CDU-Vorsitz reichte. Auch die Lage am Mainzer Zollhafen beleuchtete er. Der sei nämlich gar nicht mehr so schick wie einst, da Schiffe und Fluss plötzlich stören und stinken. Die Lösung: „Von Mombach bis Kastel – des wär doch gelacht – wird ganz äfach de Rhoi überdacht.“ „Jungreporter“ Marian Butcher betitelte in seiner gewollt irreführenden Beschreibung – frei vorgetragen – statt Angela Merkel die „Lindenstraße“ als „Mutti“. Das sorgte für Lacher. Die vorausgegangenen charakterisierenden Beschreibungen trafen ebensogut auf Bundeskanzlerin „Angie“ als auch auf die Langzeitserie zu. Die Showtanzgruppe „Fit for Dance“ aus Finthen lieferte eine glanzvolle Show ab, „menschliches Wurfmaterial“ inklusive. Der junge Obermessdiener Max Bohland, der mit Süßigkeiten statt mit „Weck, Worscht und Woi“ belohnt wurde, drohte: „Und wenn die Leut bei mir nit klatsche, komm ich vorbei, dann gibt’s Gebatsche!“ Mit den „Bordsteinschwälbchen“, dem 22 Mann großen Herrenballett aus Langendernbach, erlebte man, dass sie den Frauen in nichts nachstanden: Vor allem bei den Hebefiguren machten die Jungs eine gute Figur. Die Performance konnte das Komitee allerdings nur teilweise bewundern, da es requisitentechnisch von der Aufführung ausgeschlossen wurde. Vor Lachen nicht mehr auf den Plätzen halten, konnte man sich bei Matthias Bott, der sich als „Miss Fleischwurst“ in rosa Schale geworfen hatte und auf eine „kulinärrische Reise“ durch „The Greatest Fleischwurst Capital Of The World“ mitnahm. Verabschiedet wurde er wie zu erwarten mit „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“.

Die Sitzung der Maletengarde bot optische Leckerbissen. Foto: Jennifer Mohr
Als fastnachlicher Leckerbissen wurde Harry Borgner angekündigt. Er interpretierte bunte Blumengrüße in verschiedenen Tonlagen und parodierte bekannte Musiker und sogar ganze Boybands. So wurde aus „Küssen verboten“ schnell mal „Pflücken ist bei mir nicht erlaubt“. Auch aus dem Kinderreim „Heile, heile Gänsje“, dessen Refrain zu einem Mainzer Fastnachts-Hit wurde, entstand „Mainzer Pflänzje“ und der ganze Saal sang mit. Gleiches geschieht auch bei „Handkäs un sei Mussig“. Fünf junge Herren im „Lumberjack-Zwirn“, die Lust auf Fastnacht haben, sorgten vor der Pause nochmal für Stimmung. Ciro Visone lud als „Pizzabäcker“ ein zu „Pizza a la Berlusconi – Pizza mit frischen jungen Schnecken druff“. Dr. Meenz (Achim Hegert) behandelte unter anderem das Thema „Wie man einen echten Meenzer erkennt und was man gegen ihn tun kann“, Sticheleien gen Wiesbaden nicht ausgeschlossen. Danach ging es tänzerisch weiter. „Petri Heil“ hieß es bei Leuchtangeln und spektakulären Kostümwechseln von der Finther Tanzgruppe „Dauerpower“. Die Musikkappelle spielte unter der Leitung von Michael Kaiser mehrere Tuschs für „Die Saalkellner“. Unter der Prämisse „Es kann nicht jeder jedem gefallen, vielleicht biste einfach nicht dein Typ“ spielten Frank Brunswick und Julian Seitz ihre Rollen als lästernd übers Leben philosophierende Weinselige perfekt. Die Nackenheimer„Tugendbolde“ läuteten das fulminante Finale mit Clubschiffstimmung ein.
Teilen
Vorheriger ArtikelVollsperrung Ingelheim-West
Nächster Artikel05-Stars auf der närrischen Rostra
Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.