Beim „Schlachtfest“ des Orgelbauvereins wurde auch Musikalisch einiges geboten, wie etwa ein kleines Flaschenkonzert, perfekt vorgetragen von den Musikern der Pfarrgemeinde. Foto: Annette Pospesch

Zornheim – Der Orgelbauverein aus Zornheim hat erneut seine Arbeit beeindruckend unter Beweis gestellt. Bei einem symbolischen Schlachtfest im Bartholomäushaus in Zornheim, bei dem etwa drei Dutzend Sparschweine ihren Inhalt entleeren mussten, generierte der Verein eine Spende von rund 2.150 Euro. Mit diesem kleinen, aber markanten Schritt hat sich der Verein ein Stück weit dem ehrgeizigen Ziel genähert, der Zornheimer Kirche St. Bartholomäus eine neue Orgel zu schenken. In Zeiten, in denen die Institution Kirche ihre Gemeinden zu größeren Einheiten zusammenschließt und manche Gotteshäuser gar aufgegeben werden, könnte die Absicht verwundern.
Trotzdem lieferte die Vorsitzende des Orgelbauvereins, Christiane Herz, im Gespräch mit der Lokalen Zeitung mehrere Argumente, die aus ihrer Sicht für das Projekt sprechen. Solche, die auch sie „zuversichtlich stimmen, dass wir den Bauauftrag in 2020 erteilen werden können“, sagte Herz.
Um den Startschuss zu geben, benötigt der Verein, der für das Vorhaben die Zustimmung des zuständigen Verwaltungsrates der katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus von Assisi vor knapp zwei Jahren erhielt, allerdings Zweidrittel der Gesamtsumme von 480.000 Euro. So viel soll der Orgelbau für das gewünschte Model aus Bonner Werkstatt Klais kosten.

Mit der jüngsten Spende stieg die Geldsumme auf 137.000 Euro. Eine stolze Zahl angesichts der kaum anderthalb Jahre, in denen der Orgelbauverein bisher aktiv war. Die positive Resonanz, auf die das Projekt stoße, so Herz, sei einer der Gründe, für die Zuversicht, „dass uns das gelingen wird“. Ihre Überzeugung wurde beim genannten Schlachtfest bestätigt. Während der Reinerlös aus dem Schlachtfest zunächst 1.076 Euro betrug, wurde er von Peter Eckes verdoppelt. „Für meine Gemeinde mache ich das sehr gerne“, sagte Eckes, der zu den Gründungsmitgliedern des Orgelbauvereins zählte.
Längst nicht nur die Zornheimer Katholiken, sondern das an Kultur interessierte Publikum aus der Region, nehme die ästhetische Dimension des Projekts wahr und stufe sie als unterstützungswürdig ein, sagte Herz weiter. „Der Orgelverein organisiert Konzerte, die auf ein reges Interesse stoßen.“ Einmal im Monat treffe sich der Vereinsvorstand, um das Vorgehen und die Arbeit des Vereins zu besprechen, so Herz. Im Juni 2019 werde es ein interessantes Konzert geben, das unter anderem von einem Chor und einem Bläserensemble gestalten werde. Aus der Kooperation mit der Musikschule Nieder-Olm soll außerdem im März ein Orgelkonzert für Kinder in Nieder-Olm resultieren.
Einen speziellen Reiz übt schließlich auf Sponsoren auch die Möglichkeit aus, für eine Geldsumme zwischen 25 und 2.500 Euro die Patenschaften für einzelne Orgelpfeifen zu übernehmen. Knapp 270 Pfeifen haben bereits einen Paten, gut 850 noch nicht. Nicht zuletzt erkennen die Zornheimer Winzer die Anziehungskraft, die von einer neuen Orgel ausgehen könnten, an. Sie präsentieren jedes Jahr zwei „Orgelweine“, die das Logo sowie das Motto des Projektes, „Spitzenklang im Weinbauland“, tragen.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.