Ortsvorsteherin Westrich. Foto: red

LERCHENBERG – Das Jahr 2018 ist Geschichte, alle Blicke richten sich auf 2019 – auch im Stadtteil Lerchenberg. Wir sprachen mit Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD) über wichtige Projekte.
Frau Ortsvorsteherin, was war 2018 besonders für den Lerchenberg?
SISSI WESTRICH: Wir mussten den Mord eines Lerchenberger Mädchens in Wiesbaden verkraften und der Familie zur Seite stehen. Unser Schweigemarsch hat viele Lerchenberger enger zusammengeschweißt. Positiv war für einen Stadtteil, der kaum Ausdehnungsmöglichkeit und keine Verdichtungsmöglichkeit bietet, dass die Baumaßnahmen an der Nino-Erné-Straße gestartet sind. Der Lerchenberg wächst und bietet neuen Wohnraum.

Was war das wichtigste Projekt, das realisiert werden konnte?
SISSI WESTRICH: Es ist gelungen, eine gute Lösung für die Post zu finden, nachdem der Betreiber der Postfiliale gekündigt hatte. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Poststelle nicht am Ortsrand angesiedelt wird, sondern im Einkaufszentrum. Das hat seine Zeit gebraucht, aber jetzt ist eine gute Lösung gefunden. Schön ist, dass wir im Einkaufszentrum keinen Leerstand haben. Exemplarisch für bürgerschaftliches, ökologisches und soziales Engagement möchte ich das Installieren einer Spielzeug-Kiste in der Nähe des Bücherschrankes am Ortsverwaltungsprovisorium nennen. Wichtig auch für junge Familien war 2018, dass das Familienzentrum in der städtischen integrativen Kita in´s Laufen kam.

Was konnte, entgegen der Erwartung, nicht realisiert werden?
SISSI WESTRICH: Der Baubeginn des Bürgerhauses. 2019 sollten wir einziehen. Baubeginn soll jetzt das 3. Quartal 2019 sein, die Nutzung ab Fastnacht 2021 sein. Das hat auch etwas Gutes: Die Notwendigkeit zur Umplanung, die im Frühjahr 2018 bekannt wurde, ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Kita für Lerchenberg, die wir unbedingt benötigen, da Plätze für unter Dreijährige fehlen.
Was wird 2019 definitiv realisiert?
SISSI WESTRICH: Das wage ich nicht zu prognostizieren, da manches sich als komplexer als geplant herausstellt und es viele zu beteiligen gilt – ein Prozess, dessen Abschluss langwierig ist. Wichtig ist mir neben den Großprojekten auch die Verbesserung der Situation von Fußgängern und Fahrradfahrern, dass weiter an der Verbesserung von Stolperstellen und Fahrradfallen gearbeitet wird. Der Austausch maroder Bänke, die für viele Ältere Mobilität im Stadtteil ermöglichen und der 2018 begonnen hat, sollte weitergehen.

Was sollte Ihrer Meinung nach 2019 unbedingt angegangen werden?
SISSI WESTRICH: Die Arbeiten zur Verbesserung der Situation um den Ententeich und wenigstens etwas Zeichenhaftes, was deutlich macht, dass die Sanierung des Einkaufszentrums nicht in den anspruchsvollen Mühlen der Planer verschwunden ist. Zum Beispiel könnte bevor die Baumaßnahmen nach 2019 beginnen, doch schon mal die Beleuchtung im Einkaufszentrum saniert werden. Ein Problem, das beseitigt werden muss, ist das Quietschen der Straßenbahn an der Hindemithstraße 39 und Gustav-Mahler-Siedlung. Es gilt 2019 aber auch, die Ergebnisse der Sozialraumanalyse für den Lerchenberg auszuwerten und daraus weitere Ziele im Sinne einer sozialen Stadt für den Lerchenberg zu entwickeln. Für den sozialen Frieden benötigen wir weitere gezielte Maßnahmen zur Sprachförderung und gegen Arbeitslosigkeit.

Was steht 2019 noch an?
SISSI WESTRICH: Das 50-jährige Jubiläum des Sportclubs Lerchenberg. Ihr 30-Jähriges feiert die Gruppe 78, die Ausstellung „Hobby & Kunst“ ihr 10-Jähriges. Auch mit Blick auf die Kirchen stehen 2019 Jubiläen an, der Spatenstich für das Carl-Zuckmayer-Schulzentrum 1969 jährt sich.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“