Ortsvorsteherin Christa Gabriel begrüßte als Ehrengäste den Wiesbadener OB Sven Gerich (links) und den Mainzer AKK-Beauftragten Horst Maus. Foto: Oliver Gehrig

KASTEL – Mehr Demokratie wagen: Auf diese einfache Formel des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt lässt sich die Rede der Kasteler Ortsvorsteherin und Wiesbadener Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel (SPD) zum Neujahrsempfang vor rund 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, den Kirchen und Schulen sowie dem Vereinsleben in der Ortsverwaltung zuspitzen. „Es kommen einschneidende Veränderungen auf uns zu“, sagte Gabriel und nannte als Beispiele das mögliche Dieselfahrverbot, die Planungen zum Kasteler Ostfeld und die geplante Citybahn von Mainz nach Wiesbaden. „Lassen Sie uns diese Prozesse gemeinsam gestalten, artikulieren Sie Ihre Interessen“, forderte die Ortsvorsteherin und rief die Bürgerinnen und Bürger zur politischen Partizipation auf. Nur so könne eine Spaltung der Bürgerschaft verhindert werden. Eine mögliche demokratische Form sei auch der Bürgerentscheid. Bei der geplanten Citybahn sieht Gabriel eine große Akzeptanz unter den Jugendlichen und den Studierenden. Zum Kasteler Ostfeld sagte sie: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum. Es geht um die Zukunft unseres Stadtteils und unserer Stadt.“ In der Demokratie müsse das Wohl des Ganzen in den Vordergrund rücken.

Der Wiesbadener OB Sven Gerich (SPD) gab bekannt, dass sämtliche Planungen zum Kasteler Ostfeld auf der städtischen Internetseite Dein.Wiesbaden.de nachlesbar seien. Vor dem Hintergrund eines möglichen Dieselfahrverbotes sei die gesamte städtische Dieselflotte auf Elektrobusse umgestellt worden. Die Bürgerinitiative gegen die Citybahn komme vor diesem Hintergrund zum falschen Zeitpunkt. Beim geplanten gemeinsamen Bürgerhaus für Kastel und Kostheim sieht Gerich noch Gesprächsbedarf über das Raumprogramm. Bei den Lagerflächen für die Vereine müsse ein vernünftiger Kompromiss gefunden werden.

„Das Dieselfahrverbot bestraft die Falschen“, ergänzte der Mainzer AKK-Beauftragte Horst Maus. „Die Städte brauchen finanzielle Unterstützung, da gehört der Bund dazu.“ Fortschritte meldete Maus bei den Sanierungsarbeiten zu den beiden historischen Kasteler Gebäuden Erbenheimer Warte (Verputz) und Kasteler Reduit (Treppenanlage). Die Sanierung wird von der Stadt Mainz bezahlt.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.