Der Empfang der Füsilier-Garde ist fester Bestandteil des närrischen Terminkalenders. Foto: Jennifer Mohr

GONSENHEIM – Mit dem traditionellen Fastnachtauftakt, dem Neujahrsumzug der Garden am 1. Januar, startete auch die Füsilier-Garde bereits standesgemäß und offiziell in die Kampagne 2019. Der „Empfang der Füsiliere‟ stellte eine weitere ganz besondere Veranstaltung dar.
Nicht nur Füsiliere, Ehrenoffiziere, Freunde, Freundinnen und Gönner der FG waren zum feierlichen Fastnachts-Happening, das vom Modernen Musikzug musikalisch begleitet und vom Gardeballett akrobatisch unterstützt wurde.
Vor allem für den anwesenden Gründer Werner-Christoph Schultheis, der die Garde zusammen mit einigen Freunden am 20. März 1953 im Gasthaus „Zum Goldenen Adler‟ gegründet hatte, muss der Titel des diesjährigen Kampagnemottos – „Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht‟ – wie ein Narrhallamarsch in den Ohren geklungen haben. Passender hätte es zum 66-jährigen Jubiläum auch nicht sein können, ist der Füsilier doch auch noch der „Star um den Hals‟ und das bisher meist verkaufte Zugplakettchen.

„Wir konnten ja nicht ahnen, dass sich aus unseren einst 18 Gardisten und ein paar Trommlern eine eigenständige 300-Mann-Besatzung entwickeln würde”, so Werner-Christoph Schultheis mit einem Augenzwinkern. Die Füsilier-Garde, mit rund 850 Mitgliedern die „mitgliederstärkste eigenständige‟ Garde der Mainzer Fastnacht, ist sowohl aus der Saal- als auch aus der Straßenfastnacht nicht wegzudenken.
Neben grüßenden Worten durch Oberbürgermeister Michael Ebling hallten immer wieder eins bis unzählig-donnernde „Helau‟-Rufe und überzeugte „De Kram klappt!”-Schlachtrufe durch die Halle. Die spitzen Füsiliersmützen sollen als Anlehnung an die militärischen Kopfbedeckung der preußischen Grenadiersmützen erinnern.

 

De Kram klappt – auch in dieser Kampagne. Foto: Jennifer Mohr

Im Rahmen des Empfangs huldigte Dr. Oliver Kohl, Präsident der FG, seinem Generalfeldmarschall, Stadtmarschall und ehemals geschäftsführenden Vorsitzenden Bernd Hück, den er als „Leuchtturm‟ und „sturen Rammbock‟ zugleich beschrieb. Bernd Hück hatte sein Amt als Geschäftsführer in seiner „langjährigen und außerordentlichen‟ Vereinsarbeit bereits im Herbst an Markus Mathäy in vertrauensvolle Hände abgegeben. „Jeder, der führt, macht auch Fehler. Doch du hast vor allem verdammt viel richtig gemacht, so dass die Waage nie ins Wanken kam‟, hieß es. Anders sei der stetige Zuwachs an „jungen Nachkommen in der Garde‟ nicht zu erklären und mit seinen närrischen 66 Jahren sei für den Verein eben wirklich noch lange nicht Schluss.

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Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.