Kunsthistorikerin Ingeborg Brauburger und ihre Assistentinnen mit zwei Fabelwesen von Liesel Metten. Foto: Margit Dörr

Nieder-Olm – Richtig spannend war die sechste Kunstauktion im Camarahaus, zu der der Camarakreis eingeladen hatte. Bei Kaffee und Kuchen zusammensitzend, ging es sehr lebendig zu beim Versteigern der 40 Kunstwerke. Hochwertige Bilder und Objekte, die von regionalen und überregionalen Künstlerinnen und Künstlern unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden, und einige Stücke aus Nachlässen kamen „unter den Hammer“. Einen solchen hatte Kunsthistorikerin Ingeborg Brauburger, die die Auktion zum fünften Mal leitete, auch zum ersten Mal tatsächlich dabei, wie sie schmunzelnd verriet. Der Erlös der Veranstaltung kommt in voller Höhe Projekten im Kongo zu Gute.
Knapp dreiviertel der angebotenen Werke fanden einen Besitzer. Manchmal ging es fast turbulent zu. Besonders die zehn Bilder mit Fabelwesen der Nieder-Olmer Künstlerin Liesel Metten fanden geradezu reißenden Absatz.

Im Angebot war auch ein ungewöhnliches Exponat der weltbekannten Glaskünstlerin Josepha Gasch-Muche, das für einen hohen dreistelligen Betrag ersteigert wurde.
Ganz anders, aber sehr aussagekräftig sind die „Nasenwesen“ das Cartoonisten Bodo Witzke aus Klein-Winternheim. Auch seine drei kleinformatigen kolorierten Zeichnungen regen ab sofort irgendwo zum Nachdenken an.
Wolfgang Breivogel (Klein-Winternheim), Anne Schmitt (Zornheim), Chris Goertz (Sylt), Inge Lüthje, Beate Mertel und Paula Sippel (alle Nieder-Olm), Eberhard Münch (Wiesbaden) und Frank Hoffmann (Ober-Olm) hatten für die Kunstauktion Werke bereitgestellt. Auch Bilder des bereits verstorbenen Oblatenpaters Dr. Franz Xaver Konrad waren im Angebot.

Passend zum Spendenzweck wurden auch Arbeiten aus dem Kongo versteigert, darunter ein Holzkästchen, das im Stamm der Vilis entstanden ist.
Das Ehepaar Dr. Gerhard und Barbara Kremer, engagierte Mitglieder des Camarakreises und Begleiter der Kunstauktion, berichteten zwischendurch von den Zuständen in der Demokratischen Republik Kongo. Im Jahr 2011 finanzierte und errichtete der Camarakreis in enger Zusammenarbeit mit den Missionaren der Ordensgemeinschaft der Oblaten vor Ort eine Entbindungs- und Sozialstation, die „Maternité“ in Mwabo im Kongo. Mit praktischen Spenden von der Mainzer Uniklinik – Betten, Inkubator, Ultraschall- und Laborgeräten – konnte die Station eingerichtet werden. Dort arbeiten inzwischen 16 einheimische Pflegerinnen und Hebammen. Inzwischen unterstützt der Camarakreis auch eine Schule in der Hauptstadt Kinshasa. Stuhlpatenschaften, für 10 Euro monatlich, mit denen Lehrer/innen, Mittagessen, Schulkleidung und Unterrichtsmaterialien bezahlt werden – mittlerweile 140 an der Zahl, wurden übernommen. Dringend notwendig ist auch, der Einbau weiterer Toiletten, bisher gibt es nur eine einzige für 200 Schüler.

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