Mit Essig wurde das Mosaik gereinigt. Foto: Jennifer Mohr

MAINZ – Plätze, Straßen, Denkmäler, Schule: Die Spuren des am 29. November 1318 zu Grabe getragenen Minnesängers „Heinrich von Meißen‟, genannt „Frauenlob‟ sind allgegenwärtig. Kürzlich luden die Verantwortlichen der Reihe „Frauenlob feiern!‟, Günter Minas und Christiane Schauder, Kuratoren des Vereins „Dreimalklingeln‟, Kulturdezernentin Marianne Grosse zum „Minnesängerbrunnen‟ am Frauenlobplatz ein. Gemeinsam halfen sie mit „Essigtinktur‟, das in die Jahre gekommene Mosaik zu reinigen.

Das größere Fliesenbild wurde bereits auf Anregung der Initiatoren der Frauenlob-Veranstaltungsreihe vom Grünamt gereinigt. „Der abgelagerte Kalk stört mich noch etwas‟, sagt Günter Minas und greift beherzt zum Reinigungstuch. Das 1957 eingeweihte Denkmal aus glasierter Keramik weist Ablagerungen auf, die seine kräftigen Farben in den vergangenen 60 Jahren ausbluten ließen.

Auch an dem kleineren Mosaik gegenüber, das Frauenlob bei seiner Grablegung zeigt, nagt der Zahn der Zeit. Nach seinem Tod wurde der Minnesänger im östlichen Kreuzgang des Mainzer Doms beigesetzt – nur von Frauen. Der Legende nach sollen sie ihm sogar Wein ins Grab geschüttet haben. Auch sagt man dem Dichter, der für seine „blumige Sprache‟ bekannt war, eine polemische Selbstdarstellung und eine überordentliche Verehrung der Frau, insbesondere der höchsten Frau, der Jungfrau Maria nach.

Anlässlich des 700. Todestag von „Heinrich von Meißen‟ finden eine Reihe von Veranstaltungen statt, die den Dichter zurück in den öffentlichen Raum bringen sollen.

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Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.