OB Ebling zeichnete Behindertenbeauftragte Marita Boos-Waidosch mit der Gutenberg-Statuette aus. Foto: red

MAINZ – Die Behindertenbeauftragte Marita Boos-Waidosch wurde jetzt mit der Gutenberg-Statuette ausgezeichnet. Für ihr außerordentliches Engagement für ein barrierefreies Mainz, aber vor allem auch für barrierefreies Denken.
„Wie kommen wir irgendwohin und kommen wir überhaupt dahin?“ Mit dieser Frage, richtete sich OB Michael Ebling an die Anwesenden der Feierstunde und regte damit zum Nachdenken an. Inmitten einer „kommunalen Familie“, eingerahmt von Freunden und Weggefährten, verlieh der OB Marita Boos-Waidosch passender weise am „Tag des Ehrenamts“ die Gutenberg-Auszeichung für ihren unermüdlichen Einsatz in der Beteiligung behinderter Menschen. „Ich bin selbst ganz überrascht, dass ich es schon so lange mache“, scherzte Marita bescheiden und verwies auf die 25 Jahre. Es waren der Wille zum Weitermachen, die Begegnungen auf Augenhöhe, der gegenseitige Respekt, aber auch die Skepsis mancher, die sie für die „Geschicke der Stadt“ in die gesellschaftliche Verantwortung nehmen ließen. „Das hat mich motiviert durchzuhalten“, so die 65-Jährige.
Sie führte aus, dass eine barrierefreie Stadt gleichermaßen der Seniorin und dem Vater mit Kind im Kinderwagen dienten. Die Bankkauffrau erinnert an ihr Jahr in den USA. Als Volontärin des Zentrums für „Independent Living“ bekam sie 1982 als Rollstuhlfahrerin mit Mann und damals drei Jahre alter Tochter zu spüren, dass Selbstbestimmung statt Bevormundung die Devise sein können. Diesen Paradigmenwechsel brachte sie mit nach Deutschland und gründete im Jahr 1993 das „Zentrum für selbstbestimmtes Leben“ (ZsL)
Die Saxophonistin Steph Winzen, Stadtmusikerin 2017, gab der ehrenden Übergabe eine musikalische Note. Die Laudatio hielt Ursula Wallbrecher, Vorsitzende des Behindertenbeirats.

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Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.