Ministerpräsidentin Malu Dreyer war Festrednerin der Feierstunde anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Laubenheimer SPD. Foto: Ralph Keim
Zahlreiche Besucher kamen zum Festakt in der Aula der Grundschule. Foto: Ralph Keim

LAUBENHEIM – Mit der Gründung des „Sozialdemokratischen Wahlvereins Laubenheim“ am 18. Juli 1893 mit 16 Mitgliedern begann die Geschichte der SPD in Laubenheim. Das 125-Jährige hat der Ortsverein in diesem Jahr bereits mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt. Jetzt stand die Feierstunde an, an der die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Festrednerin teilnahm.
In der Aula der Grundschule erinnerte die Politikerin vor zahlreichen Besuchern zunächst an ein anderes Jubiläum: Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Wahlrecht für Frauen gesetzlich verankert und am 19. Januar 1919 erstmals umgesetzt. „Damals gingen 80 Prozent der Frauen wählen“, führte die Ministerpräsidentin aus.
Die Einführung des Wahlrechts für Frauen habe einiges bewirkt. Aber auch 100 Jahre später sei man noch lange nicht am Ziel. Schließlich bestehe die Gesellschaft zur Hälfte aus Männern und Frauen, was man beispielsweise für die Parlamente und Führungsetagen der Unternehmen nicht sagen könne.

Der Sozialdemokrat Gerd Strotkötter (Mitte) amtiert als Ortsvorsteher von Laubenheim. Foto: Ralph Keim

Ebenfalls um die Historie ging es, als Malu Dreyer daran erinnerte, dass es die SPD gewesen sei, die zu Beginn der 30-er Jahre Widerstand gegen Adolf Hitler und den Nationalsozialismus gezeigt habe. Heute gelte es, gegen den verstärkt auftretenden Rechtsextremismus und Populismus zu handeln. Ein Mittel sei, zur Wahlurne zu gehen, auch und gerade bei der Europawahl Ende Mai. Denn die Rechtsextremen dieser Zeit stünden nicht für das Europa der Sozialdemokratie, führte Malu Dreyer weiter aus.
Die Politikerin sprach sich in Laubenheim auch gegen einen Rückfall in nationalistisches Denken aus und verwies darauf, dass gerade Rheinland-Pfalz mit seiner Nähe zu Frankreich international geprägt. Das stehe auch keinesfalls im Widerspruch dazu, wenn man sich seinen lokalen Wurzeln bewusst sei. Alte Feindschaften und alte Grenzen seien heute eigentlich undenkbar.

Dann richtete die Ministerpräsidentin ihren Blick auf die Laubenheimer SPD unter dem Vorsitz von Ralf Geißner, die Malu Dreyer als die „Kümmerer-Partei“ bezeichnete. Die SPD habe maßgeblich dafür gesorgt, dass es mit Laubenheim aufwärts gegangen sei, dass die Menschen gerne hier leben.
Getrübt werde die Wohnqualität allerdings durch den Fluglärm. Sie als Ministerpräsidentin stehe zwar auf Seite der lärmgeplagten Bürger. Doch die Mittel der Landesregierung seien begrenzt. Malu Dreyer kündigte allerdings eine Initiative im Bundesrat an, dass diejenigen, die sich nicht an das Nachtflugverbot halten, stärker bestraft werden.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“