Solistin Sophie Heitzmann-Sopran und Dirigent Tobias Keil. Foto: Claudia Roehrich

LAUBENHEIM – Sehnsucht nach mehr – so hießen die zwei Konzerte in St. Ignaz in der Altstadt und in Mariae Heimsuchung in Laubenheim. Die musikalische Leitung des Katholischen Kirchenchors „Cäcilia 1936“ Laubenheim und seines Projektchores lag bei Tobias Keil, beim Kammermusikensemble „KAMEL“ Laubenheim bei Álvaro Camelo. Johannes Christ übernahm beim Einführungsstück den Dirigentenstab.

Im Fokus standen dabei die Motive Sehnsucht und Hoffnung. Eben dieses Thema fand sich auch im traurig-schönen Orchesterwerk „Sospiri – Seufzer“ op. 70 Adagio für Streicher, Harfe und Harmonium vom Briten Edward Elgar (1857-1934), das vom Kammermusikensemble Laubenheim berührend sowie auch stimmungsvoll dargeboten wurde. Melancholische Harfenklänge unterstrichen das nur fünfminütige Werk.

Beim nächsten Werk übernahmen die Solistenrollen Sophie Heitzmann (Sopran), Haesu Kim (Tenor) und Sebastian Kunz (Bariton). Nun stieg Tobias Keil auf den Dirigententritt und gab der Sopranistin ihren Einsatz. Während ihres ergreifenden Gesangs begleiteten die jungen Musiker des Ensembles die ehemalige Maria-Ward-Schülerin. Nun kamen die etwa 50 Sänger der Chöre zum Zuge, während Tenor und Bariton noch auf ihren Einsatz warteten.

Bei „Wachet auf, ruft uns“ hier gab Dirigent Keil den Einsatz zum Mitsingen an das Publikum. Meisterhaft dargeboten waren „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ vom französischen Komponist, Pianist und Organist César Franck (1822–1890). Beeindruckend waren die grandiosen Chorpassagen mit einem Tenor mit weicher Stimme, einem Bariton, der sich hoch hinaustreiben lässt, und einer warmen, lieblichen Sopranstimme. Den tiefen Ernst und die Melancholie der Gesänge gestalteten die Sänger ebenso überzeugend wie die theatralischen Züge in den Liedern.

Den Schluss des Konzertes bildete die Uraufführung des Werkes „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, angelehnt an eine der bekanntesten Kantaten von J. S. Bach, über den gleichnamigen Choral von Johannes Christ. Das Lied wird am letzten Sonntag des Kirchenjahres gesungen.

Danach setzte der vier-stimmige Chor mit einer gewaltig-beschwingten Lobpreisung ein. Das Werk entsprach dabei gut zu den vorangegangenen Kompositionen, da es die beiden Leitmotive Sehnsucht und Hoffnung verband und die Zuhörer in der beginnenden, dunklen Winterzeit zum Licht bewegen wollte. Dabei entpuppte sich das Werk als bis ins letzte Detail durchdacht. Die mannigfaltige Komposition von Christ nahm den Hörer mit auf eine musikalisch ausdrucksvolle Exkursion am Christkönig-Wochenende.

Vorheriger Artikel„Donnerwetter“ und „Mordswetter“
Nächster ArtikelHinter einem starken Mann eine starke Frau
Claudia Röhrich
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.