Unter großem Jubel und mit Helaurufen begrüßten die Gonsenheimer Narren den Eiskalten Eisbären auf der Scholle. Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Die Zeit des Alleinseins ist für den GCV-Schnorreswackler vor der TGM-Halle vorbei. Ein kleiner Eisbär hat sich letzten Sonntag hinzugesellt und er trägt die Kapp’ und die Insignien der Eiskalten Brüder. Auf seiner Eisscholle lächelt er die Vorbeigehenden vom Grundstück der VR Bank Mainz, Filiale der Volksbank Alzey-Worms, an. Bis in die 1960er Jahre bestieg der Eisbär auch während der Sitzungen die närrische Rostra, leuchtete mit seiner Laterne in die finstere Welt der Philister und las dem närrischen Volk in geschliffenem Vers und sauberem Reim die Leviten. Nun endlich ist er aus festem Material auch in Gonsenheim mitten im Ort präsent. Aus den Reihen der Fastnachter wurden Helaurufe und Jubel laut.

Eiskalter Präsident Bert Christmann, Tobias Schmitz, Sprecher des Großen Rates, enthüllten im Beisein der Künstlerin die Bronzefigur vor großem Publikum. Foto: Helene Braun

Noch ist das Jubiläumsjahr der Eiskalten nicht vorbei und so kam das Jubiläumsgeschenk auf Idee und Finanzierung des Großen Rates doch noch rechtzeitig. Es entstammt dem Atelier der Künstlerin Bettina Morio aus Deidesheim. Eiskalter Präsident Bert Christmann, Tobias Schmitz, Sprecher des Großen Rates, und die Künstlerin enthüllten die Bronzefigur gemeinsam vor großem Publikum genau am 11.11. Auch der Bruderverein GCV hatte sich eingefunden, die jubilierende Garde unter Bernd Hück und der Musikzug der Eiskalten.
Tobias Schmitz, Sprecher des Großes Rates und Bankenvorstand, erklärte nach der Begrüßung durch Präsident Bert Christmann und der Ansprache von Michael Heinz: „Die Platzfrage war schnell geklärt, die Grundlage für die Finanzierung machten die Firma Molitor Immobilien und die VR-Bank.“ Offensichtlich sei die Idee beim Großen Rat gar nicht so schlecht angekommen, denn die Mitglieder spendeten eifrig. Weitere Banken wie die Sparkasse und die MVB taten ein Übriges. Mit Morio habe man eine Künstlerin gefunden, die die Grundidee der Fastnachter künstlerisch umgesetzt hat.
Peter Krawietz, Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval, sagte: „So wie die zeitliche Differenz zwischen den Gründungsjahren 1892 und 1893 der beiden Brudervereine nur ein Jahr beträgt, so misst der räumliche Abstand der Symbolfiguren nur ein paar Meter! Von privatem Grund strahlt jetzt ihre Wirkkraft in den öffentlichen Raum. Dafür dem Vorstand der VR- Bank unser Dank.“ Ihren Dank und ihre Freude formulierte auch Ortsvorsteherin Sabine Flegel im Namen der Gonsenheimer.

Bettina Morio ist gelernte Steinbildhauerin, hat in Mainz Barockrestauration betrieben, ist in New York als Bronzebildhauerin ausgebildet worden, hat in Carrara mit Marmor gearbeitet und ist seit 1991 freischaffende Künstlerin. Krawietz: „Wer sie in ihrem Atelier in Deidesheim besucht, begreift auf Anhieb, was sie meint, wenn sie sagt, dass sie ihre Arbeit als Reflexion in Stein und Bronze versteht und dass ihre Werke für die Kunden positive Lebensbegleiter sein sollen.“ Bürgermeister Günter Beck: Die Freundlichkeit der Figur bringt Freundlichkeit der Eiskalten sehr gut zum Ausdruck.“

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.