Die Blaskapelle von der VG-Bodenheim führte den nicht endenden Zug an. Foto: Claudia Röhrich

Bodenheim – Bevor am Abend von Sankt Martin in der katholischen Pfarrkirche St. Alban das Lied „Ich geh´ mit meiner Laterne“ mit der Gemeinde angestimmt werden konnte, hatte der Bodenheimer Pfarrer Paul Kollar seine liebe Not, Groß und Klein um Ruhe zu bitten. Der nicht kleine Kirchenraum war über und über gefüllt mit Kindern im Kita- und Grundschulalter in Begleitung von Eltern- sowie auch von Großelternpaaren, die allesamt schwer ins Gespräch vertieft waren.
Ein schönes Schauspiel mit einer Kindergruppe im Altarraum stellte das Wirken des Heiligen Martin dar, modern auf die heutige Zeit angepasst. Das Resultat des Spiels war, alle die können sollen den Menschen in der Not helfen, wie damals der heilige Martin. Nachdem der Pfarrer den Segen der Gemeinde erteilt hatte, leerte sich rasch das Gotteshaus, so dass der Hausherr schnell die Pforte abschließen konnte.
Die Blasmusik führte den nicht endenden Zug an, es ging einmal im Uhrzeigersinn um die Außenmauern der Kirche und dann entlang des Zug-Wegs. Währenddessen hörte man traditionelle „Laterne, Laterne“- sowie neue „Schi-Scha-Schunkel“-St. Martinslieder. Ein lärmresistentes Pferd mit einer Reiterin im roten Martinsumhang samt Helm wurde von zwei Gehilfen durch den Zug geleitet.

Mit Erziehern und Lehrern waren die Kinder die letzten Wochen eifrig am Laternenbasteln. So sah man beleuchtete Schafe, Hamster, Fledermäuse und sonstiges Getier mit Kalt-, Warm- oder Blinklicht ausgestattet. Mitarbeiter der Verbandsgemeinde sperrten aus verkehrstechnischen Gründen die Einfallsstraßen für die Dauer des Zuges ab.
Mittlerweile waren alle Gäste und Mitglieder der Bodenheimer Kirchengemeinde am Innenhof des Verbandsgemeinderathauses am Dolles angelangt. Dort brannte unter Aufsicht das Martinsfeuer. Zeitgleich gab es im Eingangsbereich Kinderpunsch und süffigen Glühwein an den Ausgabestellen, dort schenkten der Helferkreis von Rosemarie Brandl und der Elternausschuss der katholischen Kita aus. Die vielen Leute verteilten sich auf dem Gelände und tauschten sich über die verschiedensten Themen der vergangenen Woche aus. Auch warme Würstchen waren zu bekommen, da durften auch die süßen Martinsbrezeln für alle Kinder nicht fehlen. Mit Spenden und dem Erlös der Getränke und Speisen soll auch in diesem Jahr das Kinderspital in Bethlehem unterstützt werden. Eine sinnvolle Form des Teilens am Martinstag!

Vorheriger ArtikelLaterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne
Nächster ArtikelVorlesen, spielen und kreatives Theater
Claudia Röhrich
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.