Ortsbuergermeisterin Margit Grub begrueßte die Kinder an der Carl-Zuckmayer Grundschule, Gemeindereferent Oliver Gerhard spendete den Segen. Foto: Helene Braun

Nackenheim – Es ist noch Zeit für einen Plausch unter Erwachsenen, dachte sich wohl Margit Grub eine Viertelstunde, bevor die Martinsfeier beginnen sollte. Aber dann gab es doch noch Dringendes zu erledigen. Und die Nackenheimer Bürgermeisterin ergriff behänd eine große Kiste und verschwand ins Dunkel zum Heiligen Martin, dem sie seinen Mantel brachte. Einen Martin gibt es auch bei den Martins-Bläsern, eine Nackenheimer Gruppe von Instrumentalisten, die sich nach Anlass zusammenfinden und umbenennen.

Dunkel ist um 18 Uhr, doch diesmal gab es keinen Regen wie letztes Jahr. Nicht zu zählen waren die Kinder und Erwachsenen, die auf den Schulhof der Grundschule von allen Seiten mit Laternen gekommen waren. Organisiert von Gemeinde, Kindergärten und der Grundschule startete das Programm.

Nun gibt es nur noch einen katholischen Pfarrer im Dienst für die Gemeinden Nackenheim und Bodenheim, wo zeitgleich der Martinszug lief. Diakon Walter Erdmann war erkrankt und für ihn sprang Gemeindereferent Oliver Gerhard ein. Er sprach von der Freude, vom Leuchten der Augen und der ganzen Welt und segnete im Anschluss die ganze riesige Gruppe. Die Kinder durften nach vorne kommen und sich um den Gemeindereferenten positionieren, um an einer freien weißen Wand im äußeren Eingangsbereich die Bilder sehen zu können, die Gerhard dorthin projizierte. Dazu trugen wieder die Drittklässler mit ihrer Lehrerin Gisela Koch die Geschichte vom Heiligen Martin und den Gänsen abwechselnd vor.

Das erste gemeinsame Lied „St. Martin“ wurde mit Musikbegleitung auf dem Schulhof gesungen, während St. Martin selbst, jetzt mit Mantel, mit seinem Pferd noch durch die Pommardstraße trabte.

Dann setzte sich endlich der lange Zug mit dem Heiligen an der Spitze in Bewegung Richtung Festplatz. Kinder und Eltern vom Katholischen Kindergarten St. Gereon, der Kindertagesstätte „Blumenwiese“, der Kindertagesstätte „Die Maulwürfe“, dem Kirchenmusikverein, der Kindertagesstätte Pommardstraße und der Carl-Zuckmayer-Grundschule zogen mit ihren leuchtenden Laternen durch die Straßen.

Halt zum gemeinsamen Singen machte der Tross im Tannenweg und Brühl. Gut, dass Margit Grub an die Liedblätter gedacht hatte.

Auf dem Festplatz angekommen, wurde das Martinsfeuer entzündet und jeder bekam einen Weckmann von der Ortsgemeinde spendiert. Die Elternbeiräte der Kindergärten hielten im Anschluss an die Feier Tee für die Kinder und Glühwein für die Erwachsenen sowie Brezeln bereit. Und das Rote Kreuz verkaufte wieder Würstchen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.