Die alte IGS-Halle ist dringend sanierungsbeduerftig. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Arg in die Jahre gekommen ist die alte Bretzenheimer IGS-Halle, in der nicht nur Schulsport, sondern auch zahlreicher Vereinssport wie etwa höherklassige Handball- und Volleyballspiele stattfinden. Nachdem der Ortsbeirat bereits 2014 einen CDU-Antrag auf eine energetische Sanierung der Halle eingereicht hatte, verabschiedete er nun einstimmig einen ähnlichen SPD-Antrag, in dem die Verwaltung außerdem noch um Überprüfung einer Erweiterung der Halle für gesellschaftliche und kulturelle Zwecke gebeten wird.

Ursprünglich hatte die SPD in einem Prüfantrag die Ertüchtigung der IGS-Halle zu einer Multifunktionshalle gefordert. „Die Halle ist im Hinblick auf das fehlende Haus St. Georg so zu erweitern, dass die Halle auch für andere als sportliche Veranstaltungen genutzt werden kann“, forderte SPD-Fraktionssprecher Michael Wiegert. Bedenken äußerten die Christdemokraten und erinnerten an ihren CDU-Antrag von 2014, der noch nicht umgesetzt ist, und die damalige Antwort der Verwaltung, dass eine Vermischung von schulischen und gesellschaftlichen Interessen in punkto Hallenneubau nicht zulässig sei. Die CDU habe daher damals bewusst auf die energetische Sanierung der Halle gesetzt, um die Frage der Vereins- und Schulnutzung zu umgehen, erläuterte Ortsvorsteherin Claudia Siebner (CDU) den Hintergrund. „Eine Vermischung von gesellschatlichen und schulischen Interessen ist in Rheinland-Pfalz nicht zugelassen“, ergänzte Uwe Trier (CDU). „Das ist alles schon gelaufen, das ist alles bekannt.“

Ortsvorsteherin Siebner beklagte, dass im aktuellen Haushalt kein Cent für die Ertüchtigung der alten IGS-Halle vorgesehen sei, obwohl entsprechende Pläne bereits in der Schublade liegen würden. „Es bleibt für Bretzenheim nicht viel übrig.“ Martin Schykowski (Grüne) bekräftigte, dass der SPD-Antrag zu einer Multifunktionshalle so nicht umsetzbar sei. Zunächst sei eine Sanierungsliste notwendig. „Die Untätigkeit der Verwaltung ist mir ein Greul, es entsteht ein Sanierungsstau“, meinte Uwe Marschalek (FDP). „Wir müssen sicherstellen, dass Haushaltsmittel für die Hallensanierung für 2020/2021 eingestellt werden.“ Der SPD-Antrag wurde umformuliert und einstimmig verabschiedet. „Der Ortsbeirat hat mehrfach die energetische Sanierung der Halle gefordert, diese ist umzusetzen“, heißt es darin. „Mittel in Höhe von mindestens zwei Millionen Euro sind in den Haushalt einzustellen. Daneben ist zu prüfen, ob eine Erweiterung der Halle für kulturelle und gesellschaftliche Zwecke möglich ist.“

Vorheriger Artikel5000 Euro an fünf Vereine
Nächster ArtikelScharfe Kritik an Bürgermeister Beck
Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.