Der Bedarf an medizinischer Hilfe war und ist groß. Inzwischen gibt es ca. 2500 – 3000 Behandlungen bei ca. 600 PatientInnen im Jahr. Foto: red

Finthen – Zur medizinischen Versorgung bedürftiger Menschen in Mainz beizutragen ist Dr. Lothar Becker, Inhaber Atrium Hotel Mainz, ein Bedürfnis. Dem Verein „Armut und Gesundheit Deutschland e.V.“, der 1997 von Prof. Gerhard Trabert gegründet wurde, hat Becker jetzt EUR 5000,- gespendet. Ausschlaggebend für den Arzt und Sozialpädagogen Prof. Trabert ist die Tatsache, dass Armut krank und Krankheit arm macht. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zwar diesen Zusammenhang auf, aber diesem Kontext wird in der Öffentlichkeit zu wenig Beachtung geschenkt. Prof. Gerhard Trabert ist es daher ein Anliegen, diesen Missstand in die Öffentlichkeit zu tragen und auch aktiv an einer besseren medizinischen Versorgung zu arbeiten. Mit seinen fachlich ausgezeichneten Praxismodellen zur Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung hat er viele Menschen davon überzeugen können, dass diese Arbeit wichtig und unterstützenswert ist.
Angefangen hat es zu nächst mit dem „Mainzer Modell“ für wohnungslose Menschen auf der Straße. Gerhard Trabert suchte nicht nur Anlauf- und Beratungsstellen der Wohnungslosenhilfe auf, sondern inkludierte ein Arztmobil, eine rollende Ambulanz, mit der er die Menschen an den bekannten Verweilplätzen in Form von „medical streetwork“ aufsucht. Der Bedarf an medizinischer Hilfe war und ist groß. Inzwischen gibt es ca. 2500 – 3000 Behandlungen bei ca. 600 PatientInnen im Jahr.

Seit Gründung des Vereins haben Dr. Trabert und sein Team weitere Projekte ins Rollen gebracht: Eine feste Ambulanz an der Mainzer Zitadelle, ein Street Jumper-Modell und weitere Projekte zur Förderung der Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen.
Die Spenden sind für den Erwerb von Medikamenten für die „Medizinische Ambulanz ohne Grenzen“ besonders wichtig. Hier erhalten Menschen ohne Krankenversicherung eine umfassende medizinische Versorgung durch ehrenamtliche Ärzte und können eine Beratungsstelle besuchen, um wieder in das Regelsystem integriert zu werden.
Aktuell verwirklicht der Verein außerdem ein weiteres Projekt: Eine Wohnung in Mainz für erkrankte Wohnungslose, speziell EU-Bürger, die hier keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben und somit komplett aus dem Versorgungssystem fallen. Die Menschen in der Wohnung werden von Sozialarbeitern und Medizinern betreut. Darüber hinaus wird auch eine Versorgung mit Lebensmitteln benötigt.
Eine Förderung von 5.000 € erlaubt, einen guten Teil der im kommenden Jahr notwendigen Mittel für einen dieser Bereiche sicherzustellen. Wer mithelfen will, kann sich gerne hier informieren: www.armut-gesundheit.de

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