Werke des Malers Hjalmar Thelen sind derzeit im „Kostheimer Wohnzimmer“ zu sehen. Foto: Ralph Keim

KOSTHEIM – Im Stadtteiltreff „Kostheimer Wohnzimmer“ ist eine sehenswerte Ausstellung zu sehen: Unter dem Titel „Das Essen steht noch auf dem Herd“ werden Werke des im vergangenen Jahr verstorbenen Malers Hjalmar Thelen präsentiert. Der Harfenspieler Sebastian Ahrens umrahmte die Vernissage musikalisch.
In die Ausstellung ein führte die Schwester des 1962 geborenen Künstlers, Kirsten Thelen. Sie verwaltet den künstlerischen Nachlass ihres Bruders, der bis zu seinem Tod in Berlin lebte und arbeitete. „Er war Teil der Berliner Künstlerszene“, beschrieb Kirsten Thelen und verwies darauf, dass ihr Bruder noch bestens das heute schon legendäre West-Berlin der Jahre vor dem Mauerfall kannte.

„Das Kostheimer Wohnzimmer hätte meinem Bruder bestimmt gefallen, ist es doch wie ein kleines Stück Berlin in Kostheim“, zollte Kirsten Thelen dem außergewöhnlichen Stadtteiltreff in der Winterstraße Respekt und Anerkennung. Mit dem Tod ihres Bruders im Januar vergangenen Jahr musste sie mehr als 2500 Werke und Arbeiten sichten, berichtete Kirsten Thelen weiter.

Die Schwester des Künstlers, Kirsten Thelen, führte in die Ausstellung ein. Foto: Ralph Keim

Porträts, Menschen, Stilleben, Landschaftsmotive – das künstlerische Schaffen des am 11. Dezember 1962 in Neuwied geborenen Malers war vielfältig. 1983 zog es Hjalmar Thelen ins damalige West-Berlin, wo er sofort in die Szene der Künstler und Kunstschaffenden eintauchte. Er schrieb beispielsweise das Theaterstück „Tote Männer pinkeln nicht“, das 1999 in Berlin unter seiner Regie uraufgeführt wurde und bei Publikum und Presse auf positive Resonanz stieß. Seine Leidenschaft war allerdings das Malen. Um seinen Lebensunterhalt geregelt zu finanzieren, war er sich nicht zu schade, unter anderem als Putzkraft zu arbeiten.

Der Titel der Ausstellung im „Kostheimer Wohnzimmer“ ist Programm: Es zeigt Speis und Trank im typischen Thelen-Stil. In der Wohnung von Kirsten Thelen in Kastel sind ebenfalls Werke ihres Bruders nach Absprache zu besichtigen. Weitere Infos dazu gibt es unter www.hjalmarthelen.de.
Die Ausstellung im „Kostheimer Wohnzimmer“ ist donnerstags von 12 bis 16 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“