Freude der Floriansjünger: das neue Gerätehaus der Feuerwehr Bodenheim-Nackenheim beim Richtfest. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Bodenheim – Derzeit dürfte es nur wenige noch zufriedenere Floriansjünger in Rheinhessen geben als die Männer und Frauen aus Nackenheim und Bodenheim. Zum einen, weil das künftige gemeinsame Feuerwehrgerätehaus, dem die längst vereinigten Wehren beider Gemeinden entgegen schauen, gerade sein Richtfest gefeiert hat. Zum anderen, weil das 7,1 Millionen Euro teure Gesamtkomplex, speziell das Gebäude, bis aufs Detail genau den Bedürfnissen der Lebensretter entsprechen wird.
Ein Traum-Gerätehaus. Eines wie aus dem Katalog also, das die Feuerwehrleute weitgehend selbst nach den Erfordernissen ihrer Einsätze konfiguriert haben. Angefangen bei der Auswahl der Architektenbüros, die auf ihre Eignung und Sachverstand eingehend geprüft worden waren. Inklusive der Begutachtung vorgelegter Entwürfe. Die speziellen Erfordernisse vor Ort, die Einsätze zu Lande und zu Wasser bedingen, spiegeln sich nun im Bau wieder.

Den Eindruck vom Traum-Feuerwehrgerätehaus würde jedenfalls jeder gewinnen, der Oliver Hochhaus, dem Wehrführer der Feuerwehr Nackenheim/Bodenheim zugehört hatte. Vor und nach der Feierstunde, in der freilich auch der obligatorische Richtspruch erklungen war, konnte Hochhaus während einiger Führungen, die den Gästen angeboten wurden, die eigene Begeisterung kaum verbergen.
In den noch unfertigen Räumen des Rohbaus schwärmte er von der digitalen Einsatzzentrale, der es zugleich an den vielen praktischen und notwendigen Lösungen nicht fehlen wird, die die künftigen Einsätze, die Ausbildung und die Jugendarbeit professionalisieren werden. Keine Frage: Was seit sieben Monaten am Zubringer zu B 9, zwischen Nackenheim und Bodenheim aus dem Boden wächst, sucht in Rheinhessen seinesgleichen. Eine Besonderheit soll beispielsweise die Tierseuchenschleuse sein.
Ob der überregionalen „Bedeutung und Einzigartigkeit des Projekts“,
so VG-Bürgermeister Robert Scheurer (CDU) habe das Landesinnenministerium von Anfang an einen „erhöhten Fördersatz“ zugesagt. „Darüber freuen wir uns.“
Die Fusion beider Wehren habe bereits jetzt in vielen Bereichen den Zugewinn an Synergieeffekten bewirkt, so Scheurer. De Tagesalarmbereitschaft, die Ausbildung, die Werkstattnutzung sowie die Einsatzverstärkung zählten dazu. Die moderne Einsatzzentrale soll ab dem kommenden Spätsommer seiner Bestimmung übergeben werden, so zumindest der Architekt, Kai Wilisch. Ab dem 5. November soll das Gebälk aufgerichtet werden, denn dies fehlte noch aufgrund von Lieferproblemen beim Richtfest. Das Material soll in Kürze eintreffen. Noch vor Weihnachten wird der Estrich eingebaut, damit er zwischen den Jahren trocknen kann, ergänzte der VG-Bürgermeister. Scheurer unterstrich, dass die Baustelle im Wesentlichen von Firmen aus Rheinland-Pfalz „betrieben“ werde. Zudem seien Aufträge in Höhe von 1,4 Millionen Euro an Firmen aus dem Landkreis Mainz-Bingen vergeben worden. Bislang sei man zudem unter dem Budget geblieben.