Simone Janas erklärt Gerd Strotkötter, Günter Beck und Olaf Nehrbaß, was jetzt passiert. Die Pappeln jedenfalls müssen weg. Foto: Helene Braun

Laubenheim – Zwei voneinander unabhängige Projekte sollen am Laubenheimer Rheinufer zum einen neue Lebensräume für Flora und Fauna erschließen und fördern, zum anderen den Naherholungsaspekt berücksichtigen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) investiert im Vorgriff auf das Bundesprojekt „Blaues Band Deutschland“ vorerst eine Million Euro in das Modellprojekt Laubenheim. Die Stadt Mainz plant im nördlichen Bereich der Laubenheimer Aue ein Naherholungskonzept (wir berichteten mehrfach).

Die WSV beginnt am Montag bereits mit der Fällung der Hybridpappeln. Bürgermeister Günter Beck, in dem Fall in Vertretung für Umweltdezernentin Katrin Eder (beide Grüne), war es wichtig, dass die Bürger verstehen, warum die Maßnahmen so aussehen wie sie aussehen. Hier geht es um die ersten 900 Meter. Ein weiterer Kilometer nach Süden soll folgen. Simone Janas, beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt des Bundes in Mannheim zuständig für die Rheinuferrenaturierung, erklärte vor Ort, auch im Beisein von Ortsvorsteher Gerd Strotkötter und Grünamtsleiter Olaf Nehrbaß, was hier jetzt passiert.
Die Uferbefestigung wird entnommen, im Verlauf von mehreren Jahren wird sich durch Hochwasser sukzessive ein Sandstrand entwickeln. Hier ist etwas Geduld gefordert. Flachwasserbereiche bieten dann einen strukturreichen Lebensraum für Fische und kleine Gewässertiere. Damit sich das Ufer eigendynamisch entwickeln kann, wird auch der Betriebsweg, der Leinpfad, verlagert.

Um das Ufer so zu entwickeln wir es sinnvoll und zukunftsweisend ist, müssen jetzt auch die Hybrid-Pappeln auf der Strecke von einige hundert Metern südlich der Nato-Rampe weichen, eine genaue Anzahl ist nicht bekannt. Auf diese Weise soll auf die eigendynamische Entstehung von „Buchten“ im Uferbereich hingewirkt werden. „Es werden Motorsägen zu hören sein“, sagte Beck, „und die Mainzer sind sehr sensibel, wenn da etwas aufschlägt.“ Simone Janas befand: „Es soll nicht aufschlagen, was jetzt passiert.“

Die Wurzeln ragen weit und werden durch die Entfernung der Uferbefestigung im kommenden Frühjahr leiden, und die Bäume haben ihre natürliche Lebenszeit nahezu erreicht. Bei Sturm könnte ein wurzelgeschädigter Baum ins Wasser fallen. Die einzige Chance sei, wie Janas klarmachte, die überalterten Hybrid-Pappel-Greise zu entnehmen. Einst seien sie für die Schifffahrt gepflanzt worden, damit sie das Ufer sehe. Einzelne Bäume, die als Höhlen dienen, wurden herauskartiert und werden oberhalb der Baumhöhle gekappt und dann stehen gelassen. Im kommenden Frühjahr folgt das Entfernen des Deckwerks am Ufer und die Gebäude auf dem Campingplatz werden niedergelegt. Von Stadtseite ist geplant, die Auen-und Liegewiese ab 2020 für die Naherholung fertigzustellen, die Ausschreibung der einzelnen Module erfolgt von 2019 bis 2021.

Vorheriger ArtikelVolle Hütte beim Mainzer Oktoberfest
Nächster ArtikelSophia Backfisch und Mathilda Bach überzeugten
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.