Ernteten Jubel vom Publikum: Adrian und Rainer Werum: Foto: Helene Braun

Gonsenheim – Ja, die Musik, die Deko, das Licht und die Darbietungen sind ähnlich, die Stimmung jedoch ist eine andere als bei einer regulären Fastnachtssitzung. Verkleidet ist niemand. Der Tagesschau-Gong ertönt und ein „Nachrichtensprecher“ kündigt die Narrenschau in Kooperation des GCV mit der Füsilier-Garde an. Interessiert und gespannt erwartet das Publikum, welche Fastnachts-Newcomer sich diesmal um einen „Sendeplatz“ in einer der kommenden Sitzungen bewerben und so kommt man sich eher vor wie bei einem Helau-Contest, was das herzhafte Lachen indes nicht im mindesten beeinträchtigt. Die Nachwuchssuche auf diese Weise zu lösen, hat sich schon im letzten Jahr bewährt. GCV-Vorstandsmitglied Stephan Schuth sagt der Lokalen Zeitung: „Wir wollen Nachwuchsaktiven die Möglichkeit bieten, sich einmal auf der Bühne auszuprobieren. Viele Leute hätten wir sonst niemals kennengelernt.“

Zum Schießen: Die Herpes House Band mit kritischen Fastnachtstexten. Foto: Helene Braun

Dass sich diese Art das Nachwuchsproblem in der Fastnacht zu lösen, bevor es manifest wird, wirklich lohnt, merkt man nicht nur der Vielzahl der Akteure (an die 20 Nummern), sondern auch deren Qualität an. Einige sind wirklich der Knaller. Christophe Hinz und Sabrina Korn führten als Moderatoren launig durch das Programm in der Mensa des Otto-Schott-Gymnasiums mit Musik, Tanz, Vorträgen und Gesang.

Immer in Bewegung, der „Rohdiamant“ Luca Lautenschlaeger vom Otto-Schott-Gymnasium. Foto: Helene Braun

Jedem Akteur steht ein „Pate“ zur Seite, der ihn vorschlägt und betreut. Wie etwa GCV-Sitzungspräsident Sebastian Grom, der die Herpes House Band mitgebracht hat, eine Hofsänger-Parodie, die nicht nur die gesungene Fastnacht auf die Schippe nimmt mit den kegelförmigen Plastik-Umhängen und weißen Bommeln daran. Zum Schreien komisch präsentieren sie ihre Mainzer Lieder mit rotzfrechen, kritischen Texten, etwa zum Rosenmontag: „Dann ist Straßenschlacht in Meenz“. Hier gab´s Standing Ovations vom Publikum.

Hintergruendig: Oskar Betzler bedauerte, mit zwölf Jahren immer noch bei den Eltern wohnen zu muessen. Foto: Helene Braun

Der 14-jährige Ober-Olmer Luca Lautenschläger ist die Rampensau in Person. Für so etwas muss man geboren sein. Er wirbelt herum, wechselt die Kostüme, springt in die Bütt, macht quer über die Bühne weiter, spekuliert auf das Amt von Sebastian Grom, nimmt die Fassenacht aufs Korn und macht damit Fassenacht in Reinkultur. Wo der von Erhard Grom empfohlene Oskar Betzler, gerade mal zwölf Jahre alt, das Publikum mit seinem Vortag ruhig und ausschließlich mit sprechenden Blicken, der Mimik und bereits einem gewissen Feinsinn überzeugt, engagiert sich Lautenschläger mit schnellen Wechseln. Mit einer tollen Stimme wartete Kira Resch auf, Peter Beckhaus hatte den singenden Holländer, Tobias Mayer, mitgebracht. Super auch das letztjährige Duo Adrian und Rainer Werum, das es sogar in Sitzungen geschafft hatte, diesmal zu zweit an Flügel und Gesang mit „Das Leben ist ein Fastnachtslied“. Sie ernteten zu Recht Jubel.