Aufregende Szenen mitten im Wald. Foto: Margit Doerr

Gau-Bischofsheim – „Wenn der Vorhang aufgeht, seid ihr mitten im Wald“, versprach der zweite Vorsitzende der Fidelen Brüder dem gespannten Publikum, das zur Theateraufführung ins Bürgerhaus im Unterhof gekommen waren. Und tatsächlich hatte die Theatergruppe, die unter der Regie von Maria Eifler steht, die Bühne für die Komödie „Natur pur“ von Bernd Gombold in eine grüne Waldlichtung samt Hütte verwandelt.

In dieser romantischen Idylle will Maria ihren 75. Geburtstag mit ihrer Familie feiern. Doch nicht alle der nacheinander eintrudelnden Kinder finden die Idee gut. Vor allem Schwiegertochter Lydia (Bärbel Malisius), die im Designerkleid mit rosa Handtasche und Desinfektionsspray anrückt, sorgt mit ihrer panischen Angst vor dem Wald mit seinen großen und kleinen Lebewesen für viele Lacher bei den Zuschauern. Sofort wird klar, dass ihr Ehemann Erich (Bernd Wehrum) hier wenig zu melden hat. Mit den beiden kommt die positive und ausgleichende Tochter Christine (Katharina Wuttke), die sich auf das Fest im Wald freut. Einen ganz anderen Charakter hat Erichs Schwester Martha (Alexandra Lasrich). Sie ist eine keifende, ledige und geizige Furie. Der dritte im Bunde ist der stotternde, ewig ledige Rudi (Mathias Böhm), dem Essen und Trinken am wichtigsten sind und der immer noch im Doppelbett bei „Mutti“ schläft.

Aufregend wird es, als Maria (Christine Engelhardt) in der Hütte einen schwarzen Beutel mit 50 000 Euro findet. Jedes der drei Kinder will in den Besitz kommen, aber es gibt noch andere, die großes Interesse an der Hütte beziehungsweise am „Schwarzen Beutel“ haben. Da ist Immobilienmakler Torsten (Lukas Engelhardt), der smarte, aber verschlagene Freund Christines. Auch die Nordic Walkerin Carola (Simone Körner) und Hartmut (Michael Knab), ein Waldarbeiter, der aber für einen verkleideten Polizisten gehalten wird, zieht es in die Hütte. Schließlich ist der skurril wirkende Schmetterlingsfänger Wilhelm Würmlein (Jürgen Furrer) ebenfalls verzweifelt auf der Suche nach dem schwarzen Beutel.

Ein Riesenspaß entwickelt sich für die Zuschauer, bis die spannende Geschichte um die 50 000 Euro aufgelöst wird. Für die letztendliche Aufklärung ist hauptsächlich Tom (Michel Bucher) verantwortlich.

Seit 20 Jahren sorgt das Ensemble für beste Unterhaltung. Viele Schauspielerinnen und Schauspieler machen schon seit Jahren mit, aber immer wieder lassen sich auch „Neue“ begeistern, wie in diesem Jahr Simone Körner, Lukas Engelhardt und Michel Bucher. Mit Fug und Recht kann festgestellt werden, dass alle elf Akteure so spielten, als ob sie nie etwas anderes machten. Riesiger Applaus bestätigte ihre Leistung. Bemerkenswert ist zudem die Tatsache, dass der Erlös einer der fünf Vorstellungen gespendet wird und zwar in diesem Jahr für ein Ausbildungsprojekt in Sierra Leone.

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Margit Dörr
Seit 2007 bin ich für die Lokale Zeitung in der VG Bodenheim tätig, war aber auch schon in Mainz, Nierstein, Oppenheim und in der VG Nieder-Olm. Es macht mir Freude, über Kulturelles, über Neuigkeiten in Schulen, Kindergärten zu berichten. Ich interessiere mich für Lebensgeschichten einzelner Menschen sowie für die Geschichte von Gruppen oder Vereinen. Mein besonderes Interesse gilt den Kirchen und Kirchengemeinden.