Die erste Fahrt mit dem Marktbusje freut die Bürger und die Initiatorin, Dagmar Hefner (3vl) vom Caritasverand Mainz sowie die Ortsvorsteherin von Mombach, Eleonore Lossen-Geißler (5vr). Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Mombach – Mit dem Marktbusje haben die Mombacher Bürger mal wieder eine feine Idee. Nachdem vor wenigen Wochen ein Wochenmarkt seine Premiere auf dem
Platz vor der Ortsverwaltung gefeiert hat, haben die Bewohner des Westrings nun auch einen Bürgerbus installiert, der den ergänzenden Verkehr zum „Marktplatz“ übernimmt. „Jeden Donnerstag, können alle, die den Mombacher Markt besuchen wollen, die Mitfahrgelegenheit nutzen“, sagt Dagmar Hefner. Hefner ist Koordinatorin des bürgerschaftlichen Engagements, das sich rund um das ebenfalls noch junge Wohnprojekt, ,,Zuhause in Mainz“, entfaltet. Das Pilotprojekt ist in diesem Sommer unter der Adresse Westring 46A als Kooperation der Wohnungsbaugesellschaft Mainz und des Mainzer Caritasverbandes unter dem Slogan „Sorgenfrei miteinander leben“ installiert worden. Seine Besonderheit stellt das integrierte Nachbarschaftscafé „Schöne Zeit“ dar, das für das gesamte Quartier seine Türen geöffnet hält, außerdem die ambulante Tagespflege der Caritas im Haus.

Seit der Einweihung des Wohnprojekts können sich die Bürger nicht nur im Nachbarschaftscafé treffen, sondern auch ihre Idee zur Verbesserung der bürgerschaftlichen Koexistenz im Westring einbringen. Dienstags, 15.17 Uhr, gibt es im Haus den „Kaffeeklatsch“, mittwochs trifft sich ein Kreativkreis und es gibt eine Lernpatenschaft. Der Bürgerbus sei die jüngste Errungenschaft und eben „eine Idee der Bürger“, so Hefner.
„Der Weg zum Markt und speziell der Rückweg zum Westring mit den schweren Taschen mit Gemüse und Obst ist doch für nicht wenige beschwerlich“, nennt sie die Begründungen der Ideengeber. Zumal sich auf dem Weg kaum Sitzgelegenheiten befinden. „Und zwei Kurzstreckentickets, also 3,50 Euro, können auch nicht alle Marktbesucher zusätzlich zum Einkaufspreis zahlen.“ Für Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler (SPD) ist es „eine Superidee“. Mitfahren dürfen übrigens nicht nur Menschen, die Probleme mit dem Laufen haben, sondern wirklich alle, die einfach mitkommen wollen, sagt Hefner. Nach dem etwa einstündigen Einkauf bringt das Marktbusje alle wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Jungfernfahrt erfolgte gegen 11 Uhr. Nach der Ankunft, stellte sich heraus, dass an den Marktständen viele frische Produkte nicht mehr vorrätig waren. Sodass die Abfahrtszeit noch angepasst werden müsste.

Der Bus solle nicht schlicht ein Transportmittel sein, sondern ein weiterer Mittel zum Zweck: das Miteinander aller Mombacher Generationen zu fördern. Natürlich soll das Marktbusje den Mombacher Markt „supporten“, meint die Quartierskoordinatorin. Doch alles, was im Westring 46A über die Mietverhältnisse und Pflegeversicherung hinausgeht, geschieht in dieser Ideenschmiede des demografischen Wandels, ehrenamtlich. Beim Bus ist es ein Ehepaar, das ihn unentgeltlich fährt und das schicke provisorische Haltestop-Schild, das donnerstags aufgestellt wird, um die Abfahrtsstelle zu markieren, stammt von der Künstlerin Nadja Holtberg vom Mombacher Künstlerkreis.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.