Zum Besuch des SWR bei der BI hatten sich viele Bürger mit Transparenten versammelt, auch Ralf Kehrein war dabei. Foto: Helene Braun

Weisenau – Die Diskussionen um die Geplante Laubenheimer Deponie gehen weiter. Die BI hält ihre Vorwürfe aufrecht, die Deponie am Wohngebiet sei gefährlich und auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU) hat unterdessen eine detaillierte Einwendung gegen das Vorhaben eingelegt (wir berichteten mehrfach). Nun hat der SWR die BI „Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch“ besucht und zahlreiche Bürger waren gekommen. Während sich in Laubenheim bislang kein großer Widerstand geregt hat, hat der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) eine klare Vorstellung davon, was er will und was nicht.

Die Lokale: Sie haben Zweifel, haben Sie kein Vertrauen zur Stadt?
Ralf Kehrein: Mir ist wichtig, dass alle im Weisenauer Ortsbeirat vertretenen Parteien gegen die geplante Deponie im Steinbruch Laubenheim Nord sind. Natürlich unterstelle ich auch keinem bzw. keiner Verantwortlichen der Stadt, dass Menschen vergiftet werden sollen.

Die Lokale: Aber?
Ralf Kehrein: Aber es stellt sich die Frage, ob die Gesundheit der Anlieger um die Deponie wirklich so geschützt ist, wie es immer wieder behauptet wird. Und ob es sinnvoll ist, eine Deponie so nahe einer Großstadt einzurichten, die in anderen Bundesländern aus guten Gründen überhaupt nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Das letzte Deponie-Unglück in diesem Jahr, nicht einmal 100 km entfernt in Rheinland-Pfalz bei Frankenthal passiert, lässt uns mich nachdenklich werden. Hier betrug der Abstand zur nächsten Wohnbebauung über einen Kilometer, bei uns soll er nur ein Drittel davon betragen. Niemand kann garantieren, dass es nicht durch menschliches Versagen zu einem Unglück kommen kann. Und dieses Risiko bleibt zumindest so lange bestehen, wie die Deponie verfüllt werden soll. Also mindestens 15 Jahre.

Die Lokale: Was stört sie noch am Vorgehen?
Ralf Kehrein: Auch dass nun neue Verfahren zur Sicherung des Untergrundes in dem Bereich, in dem Dk II-Abfälle abgelagert werden sollen, genutzt werden sollen, macht stutzig. Die notwendige Investitionssumme erhöht sich dadurch erheblich. Auch die Kosten für die Nachsorge müssen ebenfalls entsprechend kalkuliert werden. Macht das Sinn, fragt man sich. Denn wenn eine Sanierung erfolgen muss, haftet der Gebühren- bzw. der Steuerzahler, also wir alle.

Die Lokale: Und nun?
Ralf Kehrein: Ich unterstütze die Bürgerinitiative, weil ich erreichen möchte, dass durch die Fachleute in der BI Mainz21 Transparenz hergestellt wird, was wirklich beantragt wird und im Falle einer Genehmigung der Deponie von Gerichten die Rechtmäßigkeit noch einmal überprüft wird. Nur so können wir unseren Nachkommen mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles Mögliche getan haben, um die Deponie zu verhindern.

Die Fragen stellte Helene Braun

Vorheriger ArtikelUm fünf Jahre bis 2024
Nächster ArtikelAuffahrunfall ohne Führerschein
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.