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Kurfürstliches Schloss bleibt Bürgerschloss

Wer über die Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz kommt, dem fällt es gleich ins Auge: das markante, sandsteinrote Kurfürstliche Schloss. Es ist, als wolle die Stadt ihren Besuchern sogleich den Glanzpunkt ihrer Geschichte – ihre Blütezeit als kurfürstliche Residenz – vor Augen führen.
Das Schloss ist der bedeutendste Profanbau der Stadt, ein Bauwerk von nationalem Rang. Mit seiner ungewöhnlich reichen, differenzierten Gliederung, vor allem seiner Fenster und Erker, übertrifft es nach dem Urteil von Kunsthistorikern selbst das Heidelberger Schloss.
Das historische Gebäude hat aber nicht nur regionale Bedeutung. Als Veranstaltungsort der Fernsehfastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ ist der große Saal des Schlosses weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Das Schloss ist unsere „Gut‘ Stubb“, mit der wir verantwortungsbewusst umgehen müssen! Für die Erhaltung des historischen Gebäudes von nationalem Rang bleiben wir deshalb weiter aktiv. Seit neun Jahren läuft bereits die Fassadensanierung des Schlosses. Ende dieses Jahres wird der Diether-von-Isenburg-Flügel fertiggestellt sein und erstrahlt in neuem Glanz, dank nicht unerheblicher Spenden des Mainzer Denkmalnetzwerkes, Zuschüssen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Geldern von Bund und Stadt.
In den nächsten Jahren kommt weitere Dynamik in die Schlosssanierung. Voraussichtlich im Jahr 2020 zieht das Römisch-Germanische Zentralmuseum aus seinen Räumen im Schloss aus und wird im Neubau neben dem Römerschiffmuseum in der Mainzer Südstadt seine neue Heimat finden. Der Rheinflügel wird damit für eine öffentliche Nutzung frei. Dies bietet uns die Möglichkeit, um zielgerichtet die weitere Sanierung des Schlosses, insbesondere die Sanierung des Inneren, in Angriff zu nehmen. Zum Einstieg in die Sanierungsmaßnahmen hat der Stadtrat in diesem Jahr 2,8 Millionen Euro für Planungsleistungen bewilligt. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass ein geeigneter Architektenwettbewerb durchgeführt und die Sanierungsmaßnahmen in Abschnitten – beginnend mit dem Rheinflügel – durchgeführt werden sollen.
Wie das Schloss zukünftig genutzt werden soll steht auch schon fest: Der Stadtrat hat bereits 2015 auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie beschlossen, den Rheinflügel nach Auszug des RGZM zukünftig stärker als Kongressstandort zu nutzen. Tagungen im Schloss mit Rheinblick, das wird sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal in der Kongressszene werden.

Zugleich, und das will ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, bleibt das Schloss aber auch als Veranstaltungsort für die Bürgerinnen und Bürger erhalten. Ob Abiball, Vereinsfeier, Fastnachtsfeier oder Eheschließung: die „Gut Stubb“ von Mainz bleibt für alle als Bürgerschloss zugänglich, erlebbar und buchbar! Deshalb sollen die Bürgerinnen und Bürger auch in die Planungen für die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen eingebunden werden. Im Frühjahr 2019 ist zum Auftakt ein öffentliches Symposium zum Denkmalschutz im Umfeld des Kurfürstlichen Schlosses geplant.
Das Thema Gestaltung des Umfelds des Kurfürstlichen Schlosses ist mindestens genauso wichtig, wie die Sanierung des Gebäudes selbst. Durch den Umzug des RGZM wird der Pavillon auf dem Helmut-Kohl-Platz frei und kann niedergelegt werden. Dadurch entsteht eine große zusammenhängende Grünfläche mitten in der Mainzer Altstadt zwischen Landtag und Schloss mit einer freien Blickachse vom Dativius-Victor-Bogen in Richtung Kaiserstraße und Christuskirche. Ich kann mir gut vorstellen, dass die neu gewonnene Grünfläche attraktiv umgestaltet wird und diese dann wieder stärker von den Mainzerinnen und Mainzern belebt und genutzt wird.
Sie sehen: Die Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses und die Gestaltung des Umfelds werden uns auch in den nächsten Jahre weiter beschäftigen. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg begleiten, denn unser Schloss soll Bürgerschloss bleiben!

Ihr
Michael Ebling

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