Das Bild „Weiße Blumen“ leuchtet in den Farben und hängt sonst in Zanders Wohnzimmer. Foto: Helene Braun

Hechtsheim – So wie sich Brigitte Zander an Formen und Farben in ihrem eigenen Garten erfreut, so konnte es der Betrachter in der Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus Frankenhöhe. Einer sagte einmal über die Werke von Brigitte Zander: „Manche Bilder kann man riechen“. Man könnte auch sagen: „Diese Farben kann man trinken.“ Die Farbe ist für Brigitte das Medium, Stimmungen auszudrücken und die Farbe ist das, was die Künstlerin begeistert. Auch in der gerade beendeten Ausstellung „Gärten – in Schönheit und Verantwortung“.

Das Thema ergab sich für Brigitte Zander zum einen im eigenen Garten in Hechtsheim, insbesondere aber auch durch die Reisen, die die Künstlerin unternimmt, zum Plein-air-Malen nach Polen oder Frankreich. In Carcassone sind einige der Bilder entstanden, das riesige Gartengelände hat Brigitte Zander angeregt. Zum größten Teil wirken die Bilder realistisch, dabei geht Zander durchaus über das realistische Abbilden hinaus. Zander malt, wie es ihr das innere Auge eingibt oder „wie die Hand so geleitet wird, wenn erst der Anfang gemacht ist“.

Die beiden ältesten der rund 30 Exponate hatten ihren Platz an der Stirnseite des Kirchenraumes erhalten und fast direkt über dem Altar fand man das erstaunliche Bild mit dem sprechenden Titel „Bewegung im Raum.“ Abstrakte Formen scheinen im Bild zu schweben und auf- du abzusteigen. Anmutungen aus der Natur oder auch dem architektonischen entnommen vermitteln leben. Es entstammt dem Jahr 2005 in einer abstrakten Phase. Zuweilen kombiniert sie Gegenständliches mit Abstrakten in den Ölbildern wie beim „Garten Triptychon“. Oder beim großformatigen Bild, das schlicht und einfach „Weiße Blumen“ heißt. Vor dem wild-abstrakten Hintergrund erheben sich weiße und gelbe Blumen, die leuchten, ohne dass sie angestrahlt wären. Das Licht entströmt den Farben im Bild. Neuere sind mit Acryl gemalt, ältere in Öl oder Aquarellfarben. Das Bild „Dolde“ enthält so viele verschiedene Grüntöne wie sie sonst nur die Natur hervorbringen kann.

Farbenreich war auch Brigitte Zanders Leben bis jetzt: Studium in Paris, Buchhändlerlehre, Studium der Sozialarbeit, sie ist Gründungsmitglied des „Atelier Römerberg“, von 1985 bis 1993 unterrichtete sie hier die Malklasse. Seit 1981 hatte Zander zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, sie trifft sich mit Malern in Polen zum Plein-air-Malen, unternahm zahlreiche Studienreisen in alle Welt.
In der Ausstellung findet man viel Florales, Bäume und Blätter, im Grunde sind es allesamt Landschaften. Man sieht sie den Bildern an, die reiche Lebenserfahrung, die psychologisch-philosophische Entfaltung ihrer Gedankenwelt und die hohe Kunst, den Pinsel so führen, dass etwas Einzigartiges entsteht.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.