Gerd Strotkötter (2.v.re.) gratulierte Paul Stenner (2.v.li.) mit der Ehrenurkunde des Ortsvorstehers. Ihre Reverenz erwiesen auch Ralf Kehrein (li.) und Franz Jung (re.). Foto: Helene Braun

Laubenheim – Das Laubenheimer Rathaus platzte aus allen Nähten, so viele waren gekommen, um Paul Stenner zum 80. Geburtstag zu gratulieren. Eigens zu diesem Anlass hatte Ortsvorsteher Gerd Strotkötter eine schöne Feier vorbereitet. Und da Stenner bereits alle Ehrungen des Ortsbeirates erhalten hat, dachte sich Strotkötter etwas Neues aus und erfand „Die Ehrenurkunde des Ortsvorstehers“, die Paul Stenner nun als erster und bislang einziger besitzt. Bürger und Politiker erwiesen ihre Reverenz, dabei waren auch die Nachbarortsvorsteher aus Hechtsheim und Weisenau, Franz Jung (CDU) und Ralf Kehrein (SPD). Aus der Neustadt hatte sich der Laubenheim-affine Landtagsabgeordnete Johannes Klomann (SPD) auf den Weg gemacht. OB Michael Ebling schickte Grüße.
Das Verantwortungsgefühl ist ihm Wesensart. Kaum einer in Laubenheim ist so stark in alle möglichen Bereiche hinein vernetzt wie Paul Stenner. Seit rund 45 Jahren ist er der SPD treu und seit fast 30 Jahren Mitglied des Ortsbeirates. Von 2009 bis 2014 war Stenner stellvertretender Ortsvorsteher und unterstützt heute die Ortsverwaltung als ehrenamtlicher Stadtteilhelfer. Und so nimmt, wie Strotkötter sagte, „Laubenheim einen Spitzenplatz in puncto Bürgerfreundlichkeit und Service unter den Stadtteilen ein.“

Seine Frau Karin lernte Stenner 1959 kennen, beim AC 09, der sein 50-jähriges Bestehen feierte. Er baute „ein Häuschen“ und bekam 1966 Nachwuchs, der zugleich den Nachwuchs für die Alemannia, der Stenner bis 2013 vorstand, darstellte. Nun ist Sohn Ralf Vorsitzender des Vereins und Inhaber der Versicherungsagentur, die der gelernte Bäcker, der später auf Schweißer umschulte, ebenfalls an seinen Sohn weitergab.
In seiner Rede betonte Strotkötter, das Geburtsjahr Stenners, 1938, sei kein gutes Jahr gewesen. Außer der Freude über das „prächtige Kind“ hatten seine Eltern auch ungute Entwicklungen vor Augen. „Es war das Jahr, in dem der Nationalsozialismus sein wahres Gesicht zeigte“, so Strotkötter. Dennoch habe Paul eine glückliche Kindheit verlebt und bei der Aufzählung der Vereine, in denen Stenner Mitglied ist, wurde der Ortsvorsteher nicht mehr fertig. Alemannia, AC09, Freiwillige Feuerwehr, Sängervereinigung und und und . . . Dabei vergaß Strotkötter nicht, Stenners große Leidenschaft, das Tanzen, zu erwähnen. „Da waren und sind“, so Strotkötter, „die Männer immer ein bisschen neidisch.“

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.