Beeindruckend: „Batman gegen Joker“ vom Barockpferde-Showteam Morawietz aus St. Wendel/Saarland Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Wäre Jenny Jungbluth nicht gewesen, dann hätte es ein schönes Dressurreitturnier weniger in Rheinhessen gegeben. „Sie ist ein Mitglied unseres Vereins und hat sich in diese besondere Art des Show-Reitens regelrecht verliebt, die sie einmal in der Festhalle in Frankfurt am Main erlebt hat“, erzählt die Vorsitzende des Essenheimer Reit- und Fahrvereins (ERF), Judith Schmalen. Wie richtig der Verein damit lag, mit viel Herzblut jene Idee der jungen Frau zu adaptieren, sahen die Zuschauer auch diesmal, bei der fünften Ausgabe des Wettbewerbs.

Die Schönheit der Pferde, ihrer graziösen Bewegungen, das Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter und all das, was die Pferdeliebhaber genießen, gab es in sechs Geschichten verpackt.  Aufgepeppt durch kleine Zirkuseinlagen und bunte Kostüme, dargestellt von Reitern und ihren Pferden aus den Vereinen aus Essenheim, Ingelheim und dem Saarland. Der Wettbewerb, den der ERF nach Auskunft der Vereinschefin zum letzten Mal ausgetragen hatte, umfasste die Kategorien: „Pas des Deux“ und „Quadrille“.

„Leider haben wir dieses Jahr einige Absagen erhalten“, bedauerte Schmalen. Doch die Arbeit mit Pferden sei eben ein störanfälliges System. „Wenn der Choreograf ausfällt oder sich ein Pferd verletzt, dann kann man eben nichts machen.“

Ein sehr sehenswertes Programm kam dennoch vor der Kulisse der rheinhessischen Hügellandschaft zusammen. So zeigte unter anderem der Ingelheimer Reitverein mit einer Geschichte, in der Biene Maja eine gefährliche Rettungsaktion übernahm. Spannung und Applaus begleitete den beeindruckend gespielten Kampf zwischen „Batman und Joker“. Dargestellt vom Barockpferde-Showteam Morawietz aus St. Wendel /Saarland. Die Essenheimer Reiter haben für ihre Show „Vier Jahreszeiten“ ein halbes Jahr geprobt, so Schmalen. In die Vorbereitung und Organisation des Show-Turniers seien außerdem mehr als 40 Personen involviert gewesen. Gut ein Drittel aller Vereinsmitglieder.

Das Publikum zeigte seine Begeisterung offen, teilten den Applaus reichlich aus, der zudem eine spezielle Bedeutung hatte: In Dezibel gemessen entschied seine Lautstärke über einen Preis in jeder Kategorie.

Auch wenn der Reitverein 2019 die Veranstaltung, die so viel Energie bindet, nicht mehr organisieren wird, so wird der Pferdenarr nicht auf den Wettbewerb verzichten müssen. „Wir halten die Rechte an den rheinhessischen Meisterschaften und wollen sie nun nach fünf Jahren nur verleihen.“

Wo in der Region die Fortsetzung der Show stattfindet, wollte Schmalen noch nicht verraten. „Es gibt einen Anwärter.“ Doch sei die Angelegenheit noch nicht in trockenen Tüchern. Doch egal wo er über die Bühne geht: „Wir wollen als Teilnehmer dabei sein und genießen“. Der Essenheimer Reitverein ist mit der Anlage, die sich aus der Reithalle, dem Reit- und dem Fahrplatz zusammensetzt, offenbar ein guter Boden für Ideen. Wie das Beispiel der Initiatorin des Show-Wettkampfs gezeigt hatte. Wer braucht schon Frankfurt und die Festhalle, wenn es Essenheim und den ERF gibt.

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