Was war man im Jahr 2006 so stolz, als der damalige Oberbuergermeister Jens Beutel die Ladenzeile im Rahmen der Sozialen Stadt einweihte. Foto: Archiv Helene Braun

Finthen – Was war man damals im Jahr 2006 so stolz, die Ladenzeile im Rahmen der Sozialen Stadt einweihen zu können. Ein Künstler wurde eigens engagiert, die Farbgestaltung des Eingangs zu übernehmen und damit die Aufmerksamkeit auf die viel versprechende Ladenzeile zu lenken. Heute ist die Fußgängerzone verdreckt, vor dem Mehrgenerationenhaus treffen sich Leute zum Trinken, es herrschen Randale, nächtliche Ruhestörung und Drohungen vor. Nicht zum ersten Mal beklagen sich Bürger mit und ohne Migrationshintergrund im Ortsbeirat über das Verhalten der Mitbewohner auf der Römerquelle. Diesmal aber waren etwa 35 „Römerqueller“ als Zuhörer in die Ortsbeiratssitzung gekommen und was sie in der Einwohnerfragestunde zu erzählen hatten, war nicht von Pappe. Der Ruf nach einer Polizeistation wurde sogar laut.

Nachts um vier Uhr ertöne der Ruf unter lautem Geschrei der anderen: „Jetzt ist Fußball-Time.“ Eine Anwohnerin sagte: „Ich habe Angst, abends von der Straßenbahn nach Hause zu gehen.“ Ein anderer, der mit seiner Familie noch nicht lange auf der Römerquelle lebt, sprach von unerträglichen Zuständen und benannte die Verursacher als „immer dieselben 15 jungen Leute“, die in der Hauptsache für Dreck, Lärm und sogar Drohungen verantwortlich seien. Die Anwohner fühlen sich allein gelassen mit ihrem Problem. Auch von Drogenhandel war die Rede. Ortsvorsteher Herbert Schäfer sah, diese Problematik sei eine, die die Handlungsbefugnisse des Ortsbeirates weit überschreite. Ortsbeiratsmitglied Volker Wittmer (Grüne) schlug eine Sondersitzung mit Polizei und Ordnungsamt vor, bei der die Anwohner ihre Beschwerden vortragen könnten. Birendra Singh vom Römerquellenbeirat und Anwohner David Gundlach wollten mehr auf Kommunikation setzen und mit den Jugendlichen reden.

Ein Kuenstler wurde eigens engagiert, die Gestaltung des Eingangs zu uebernehmen und damit die Aufmerksamkeit auf die viel versprechende Ladenzeile zu lenken. Foto: Archiv Helene Braun

Passend dazu kam der Antrag der SPD, die verstärkte Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt im Quartier fordert und auch die Absperrungen in der Fußgängerzone elektronisch oder mit Schlössern gesichert zu sehen wünscht. SPD-Fraktionssprecher Manfred Mahle wies darauf hin: „Es ist nicht der erste Antrag in dieser Richtung, es ging schon um Vermüllung und das Unkraut, das ungehindert um die Häuser sprießt.“ Jetzt mahnte die SPD, die Zufahrt zwischen Mehrgenerationenhaus und Kiosk, die nur Einsatz- und Rettungswagen vorbehalten sei, sicher abzuschließen. Die Sperrpfosten seien kontinuierlich aus der Verankerung genommen, so dass dies schon als öffentlicher Verkehrsweg zu bezeichnen sei. Mahle: „Es dürfen nur ein bis zwei Personen einen Schlüssel haben, die jetzigen Schlüsselinhaber „fahren rein und reparieren ihr Auto bei lauter Musik.“

 

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.