Die Bankvorstaende Horst Nothhelfer und Mark Stehle setzen auf Erweiterung der Geschaeftsfelder. Foto: Helene Braun

Mombach – Der Genobank Mainz ist es gelungen, trotz des schwierigen Marktumfeldes ihre Position zu festigen und in Teilbereichen weiter auszubauen, eine positive Nachricht der Vorstände Horst Nothhelfer und Mark Stehle an die Mitglieder bei der jüngsten Generalversammlung in der MTV-Halle. Doch am Ende, als es zur Abstimmung um eine Satzungsänderung kam, suchten die Bankvorstände und auch der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Peter Nass die Versammlung zu überzeugen, hier Vertrauen zu beweisen. Es ging um die Ausweitung einzelner Geschäftsbereiche wie den Immobilienmarkt und – diese Punkte stießen hauptsächlich auf Kritik – den Erwerb oder die Beteiligung an Unternehmen zum Zwecke der Vermögensanlage und die Beteiligung oder der Erwerb oder die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. „Verhebt euch mal nicht“, meinte einer. Die Änderung sei notwendig, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben, argumentierte der Vorstand.

Die Kritiker mahnten an, sie hätten eine frühere Unterrichtung gewünscht. So könne man nicht über eine solch gravierende Änderung entscheiden. Dennoch stimmten schließlich 144 mit Ja bei elf Enthaltungen und 15 Gegenstimmen. Die nötige Zweidrittelmehrheit war locker erreicht und sogar bei weitem übertroffen. „Wir überlegen auch, das große Bankgelände in Mombach zu verdichten und Wohnraum zu generieren, so Nothhelfer im Zusammenhang mit der Satzungsänderung. Die Renovierung der Geschäftsstelle schreite weiter voran und sehe bald ihrem Ende entgegen.

In ihrem Kerngeschäft und insgesamt steht die Genobank Mainz trotz Regulatorik, Niedrigzinsphase und der hohen Kosten für die Digitalisierung gut da. Aber: „Es vergeht kein Tag ohne Hiobsbotschaft“, klagte Nothhelfer, der einen Weckruf an die EZB senden wollte.

Die Bilanzsumme erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um 10,6 Prozent auf 239, 4 Mio. Euro. Bemerkenswert ist der Einlagenzuwachs von acht Prozent auf 179 Mio. Euro. Hier liegt die Bank über dem Verbandsdurchschnitt von 4,5 Prozent. Die Kundenkredite stiegen um acht Prozent auf 181 Mio. Euro. Und zwar durch mittelständische Firmenkundschaft wie auch die Privatkunden. Letztere hätten das niedrige Zinsniveau genutzt und vor allem in Bau, Ausbau und Renovierungen ihrer Immobilien investiert.

Auch im Bereich von Spenden und Sponsoring zeigte sich die Bank stark engagiert, so dass 2017 eine Spendensumme von rund 10.000 Euro zusammenkam. Auch Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geißler lobte die Beteiligung der Bank am Ortsgeschehen, finanziell und durch persönliches Engagement.

Der ausgewiesene Jahresüberschuss von 709.165,69 Euro. Davon fließen 4,25 Prozent als Dividende auf die Konten der Mitglieder. Der Rest geht in die Stärkung des Eigenkapitals. Der Gesamtvorstand wurde von der Versammlung einstimmig entlastet. Bei den turnmusgemäßen Aufsichtsratswahlen wurden Stefanie Hahn, Jürgen Becker und Oliver Kniele für weitere drei Jahre einstimmig bestätigt.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.