Pfarrerin Ilka Friedrich demonstriert das Leben in einem Flüchtlingscamp mit Erstausstattung. Foto: Elke Fauck

MOMBACH – „Auf der Flucht – damals und heute“ war das Thema des Eröffnungsgottesdiensts zur Ausstellung zu Fluchtursachen, den Pfarrerin Ilka Friedrich gemeinsam mit dem Pfarrer für Flüchtlingsarbeit, Peter Oldenbruch, gestaltete.
Die Ausstellung zeigt ein Flüchtlingszelt mit den Utensilien, die Geflüchtete bei ihrer Ankunft benötigen, um überleben zu können. Von der Decke hängen Zettel, die den zu beachtenden Paragraphendschungel aufzeigen. „Beim Aufbau des Zeltes kamen zunächst Urlaubsgefühle bei mir auf“, so die Pfarrerin. Doch beim genaueren Hinsehen wandelten sich die Gedanken der Theologin.

In Holzkisten sind Miniaturszenen zu den verschiedenen Fluchtursachen nachgebaut und mit entsprechenden Texten und Fotos versehen. Eine Szene gibt einen Rückblick in die Deutsche Geschichte gegen Ende 1944. „Gestern standen hier einige Leute mit Tränen in den Augen“, berichtete Friedrich von ihren Beobachtungen am Eröffnungstag.
Neben der derzeit häufigsten Fluchtursache, dem Krieg, gibt es viele Klimaflüchtlinge aus Bangladesh, Indonesien, Kenia und Äthiopien, die Schutz vor Überflutung und Dürre suchen.

Oftmals wird des Profits wegen Lebensraum zerstört. Die Mombacher Pfarrerin hat vor zwei Jahren in Indonesien mit eigenen Augen gesehen, wie für die Gewinnung von Palmöl Wälder gerodet und Ackerland vernichtet wurde.
Auch das Schicksal der Kindersoldaten wird in der Ausstellung deutlich. Um Kinder auf der Flucht kümmert sich die Kinderrechtsorganisation „Terre des Hommes“.
Die interaktive Ausstellung bietet die Möglichkeit zu testen, wie schnell man die nötigsten Dinge zusammenpacken kann, die die Tragekapazität nicht überschreiten und die dennoch zum Überleben reichen. Diese und weitere interaktive Stationen der Ausstellung bieten Einblicke und Informationen und regen zum Gespräch an.
Fluchtursachen können so vielschichtig sein wie die Fluchtwege. Der gefährlichste Weg ist der durch die Wüste. Hier sterben mehr Menschen als im Mittelmeer. „Menschen flüchten nur, wenn die Angst zu Hause zu sterben größer ist als die Gefahr auf der Flucht“, ist Friedrichs Überzeugung.

Die Ausstellung, die vom Zentrum Oekumene gemeinsam mit Brot für die Welt und der Evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Mombach ausgerichtet wurde, ist noch bis zum 23. September 2018 montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonntags nach dem Gottesdienst bis 12 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.