Die Endhaltestelle am Schinnergraben wird voraussichtlich im Sommer 2019 umgebaut. Fotos: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Die Zukunft der Straßenbahnendhaltestelle Am Schinnergraben war nun erneut Thema im Hechtsheimer Ortsbeirat. Bereits seit mehr als einem Jahr ist dort die marode Wendeschleife gesperrt und die Straßenbahnen halten an einer provisorischen Haltestelle (wir berichteten). Voraussichtlich im Sommer 2019 erhält die Endhaltestelle zwei neue Stumpfgleise und eine sanierte Wendeschleife, teilte MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof jetzt im Ortsbeirat mit. Die Mainzer Mobilität habe sich aus fünf Varianten für diese Version entschieden. „Wir wollen die Wendeschleife sanieren und für besondere Betriebssituationen erhalten“, erläuterte Erlhof den Hintergrund. Das könnten etwa Unfälle oder Umleitungen sein. Im Regelfall halten die Bahnen allerdings nebeneinander an den beiden neuen Stumpfgleisen mit dem sechs Meter breiten Mittelbahnsteig, die in der ersten Bauphase in den Sommerferien errichtet werden. In der zweiten Bauphase wird dann unmittelbar im Anschluss die Wendeschleife saniert. Die Gesamtkosten für den Umbau der Endhaltestelle betragen rund 780.000 Euro.

„Es gibt zu 100 Prozent einen barrierefreien Ausbau“, versicherte Erlhof. Das bedeutet, dass die Stufen zur Talstraße durch eine kleine Rampe mit einem leichten Anstieg ersetzt werden. Damit einher geht eine Umprogrammierung der Straßenbahnen, deren Türen künftig auf beiden Seiten zu öffnen sind. „Der Fahrgast steht immer richtig“, betonte Erlhof. Die Wendeschleife sei vom Durchmesser her am unteren Limit, aber auch die neuen Variobahnen dürften durchfahren. „Wir haben geprüft, dass das geht“, versicherte der Geschäftsführer. Für die Anwohner der Talstraße ergebe sich die Verbesserung, dass die lästigen Schleifgeräusche durch die Wendeschleife künftig im Regelfall wegfallen. Zudem steigere sich die Haltbarkeit der Wendeschleife durch die geringere Nutzung auf das Doppelte. Für die Herstellung der Barrierefreiheit wurden von der Mainzer Mobilität noch Zuschussmittel beantragt.

„Wir haben eine gute Lösung für Hechtsheim gefunden“, bilanzierte Erlhof. „Die Straßenbahn gehört zu Hechtsheim wie die Kerb und die Winzertage.“ Der Ortsbeirat begrüßte das Konzept. Ortsvorsteher Franz Jung (CDU) sprach sich für die Verlegung von Rasengleisen aus. Das sagte Erlhof zu und versprach eine weitere Lärmminderung. Einen kleinen Seitenhieb zum langen Prozedere konnte sich der Ortsvorsteher aber nicht verkneifen. Jung: „Es hat lange genug gedauert, aber es ist endlich bald erledigt.“

Teilen