Im Rahmen einer Feier wurde die Schülergenossenschaft „Walforma“ an der Freien Waldorfschule offiziell gegründet. Links im Bild die beiden Initiatoren Luzie Blom und Johannes Damerau. Foto: Ralph Keim

FINTHEN – Die Schülergenossenschaft „Walforma“ an der Freien Waldorfschule hat sich offiziell gegründet. Rund 25 Schüler sind mit Begleitung von Lehrern und Eltern, mit Feuereifer dabei. Jeden Freitag werden sie einen Markttag in ihrer Schule organisieren und dabei nachhaltig produzierte biologische Produkte wie Obst, Gemüse, Brot und Käse verkaufen.

Initiiert haben die Schülergenossenschaft die beiden Zwölftklässer Luzie Blom und Johannes Damerau. Bei nicht wenigen ihrer Mitschüler der achten bis zwölften Klasse rannten sie mit ihrer Idee, den seit vielen Jahren bestehenden und auf eine Elterninitiative zurückgehenden Marktladen in Form einer Schülergenossenschaft zu übernehmen, offene Türen ein.

Zur Gründung gab es eine kleine Talkrunde. Foto: Ralph Keim

„Das ist wirklich eine tolle Idee“, zeigte sich beispielsweise Pauline Ferger (17) bei der Gründungsversammlung begeistert. „Ein solcher Markt ist wichtig. Es ist prima, dass er mit der Schülergenossenschaft erhalten bleibt“, schloss sich Mathilda Lowitsch-Gramse an. Auch Lena (14) und Johanna (12) sind begeistert von der Idee, die dahinter steckt: „Mehr auf Nachhaltigkeit zu achten, ist in der heutigen Zeit besonders wichtig“, unterstrich Lena.

Von so viel Engagement zeigten sich auch die Erwachsenen beeindruckt, allen voran

Staatssekretärin Daniela Schmitt und Uwe Abel, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Volksbank, zeigten sich beeindruckt vom Engagement der insgesamt 25 Waldorfschüler. Foto: Ralph Keim

Daniela Schmitt (FDP), Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums, und Uwe Abel, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Volksbank, die das Projekt maßgeblich unterstützt. Staatssekretärin Schmitt unterstrich die Bedeutung, dass sich bereits Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Die Politikerin und auch Uwe Abel erinnerten an den Gedanken von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung, den Franz Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen hegten, als sie Mitte des 19. Jahrhunderts erste Darlehensvereine gründeten, die Ursprünge der heute noch existierenden Volks- und Raiffeisenbanken.

Für Götz Döring, den Geschäftsführer des Waldorfschulvereines ist es wichtig, dass die an der Genossenschaft beteiligten Schüler mit ihrem Engagement ihr Durchsetzungsvermögen, ihre Teamfähigkeit, Selbstsicherheit und Selbstständigkeit steigern und dabei wichtige Einblicke in die Prozesse der Berufs- und Arbeitswelt gewinnen. „Beeindruckt hat mich, dass sie Schüler in der Satzung verankert wissen wollten, dass die Gewinne der Genossenschaft in ökonomische Bildungsprojekte an unserer Schule investiert werden.“

Die Mainzer Volksbank unterstützt die Schülergenossenschaft unentgeltlich mit Rat und Tat. Darüber hinaus übernimmt die MVB drei Jahre lang die Kosten, die mit der Gründung und mit den notwendigen Prüfungen anfallen. Erste Schülergenossenschaften gründeten sich in Rheinland-Pfalz im Jahr 2014. Derzeit gibt es landesweit rund zehn. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.www.schuelergeno.de.
Der Marktladen von „Walforma“ hat jeden Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Er steht auch der Bevölkerung offen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“