OB Michael Ebling (2. v. li.) und Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner schnitten gerne die Geburtstagstorte an. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Früher prägten Räucherstäbchen, obskure Literatur und exotische Früchtetees das Sortiment des Weltladens. Wer vor drei Jahrenzehnte hier ein und aus ging, war schnell als „Öko“ oder „Freak“ verschrieen. Diese Zeiten haben sich längst geändert. Der Weltladen unterwegs bietet heute ein breites Sortiment, über das man sich wirklich nicht mehr lustig machen kann. Und wenn die Mitarbeiter Sätze wie „Hier war früher doch mal ein Weltladen!?“ hören, können sie darüber nur schmunzeln.
Aber früher wie heute steht der Weltladen unterwegs für eines: Hier gibt es Produkte zu fairen Preisen. Fair im Sinne: für den Erzeuger. Sei es Schokolade oder Kaffee, sei es Tee oder Reis, sei es Kleidung oder Accessoires – der gegenüber den Supermarktdiscountern höhere, vielleicht auch hohe Preis kommt den Menschen zugute, die am Anfang der jeweiligen Wertschöpfungskette stehen, in der Regel überwiegend kleinbäuerliche Genossenschaften.

In Mainz wurde der Weltladen unterwegs 1988 gegründet. Das 30-jährige Bestehen wurde groß gefeiert, unter anderem mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner, mit OB Michael Ebling (SPD) und zahlreichen Kollegen und Mitstreitern aus anderen Weltladen-Läden. Und natürlich den Machern des Weltladens in Mainz, der ohne das

Kuchen für alle. Das 30-jährige Bestehen des Weltladens gegenüber der Ruinenkirche St. Christoph wurde groß gefeiert. Foto: Ralph Keim

Engagements der rund 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht möglich wäre.
Besonders Ebling und Rößner betonten die Bedeutung der Weltläden allgemein. „Eigentlich müsste jeder Laden ein Weltladen sein“, forderte die Bundestagsabgeordnete mit Blick auf Preise von 1,20 Euro für 100 Gramm Schokolade und 4,99 Euro für ein Pfund Kaffee. Von Seiten der Weltladen-Macher wurde nicht verschwiegen, dass mittlerweile auch viele Vollsortimenter fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment haben. Doch das geschehe nicht aus Idealismus, sondern aus Kalkül.

In Mainz ist der am 31. Mai 1988 gegründete gemeinnützige Verein „Unterwegs für eine gerechte Welt“ Träger des Weltladen Unterwegs. Er hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Gerechtigkeit im Handel mit Ländern der sogenannten Dritten Welt zu fördern.
Der gegenüber der Ruinenkirche St. Christoph ansässige Weltladen hat montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“