Die Domschatzkammer beherbergt Kostbarkeiten, die auch die wechselvolle Geschichte des Mainzer Doms und des Mainzer Bistums wiederspiegeln. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Auf eine wechselvolle, mehr als 1000-jährige Geschichte blickt der Mainzer Dom zurück. Im Laufe der Jahrhunderte sammelte sich hier auch ein Schatz an, der zu den kostbarsten des Abendlandes zählte. Kriege, Umbrüche und nicht zuletzt das Ende des früheren Erzbistums Mainz haben diesen Schatz jedoch arg dezimiert.

Erst in den vergangenen zwei Jahrhunderten gelang es, den bestehenden Domschatz sukzessive zu erweitern. Längst begeistern die in der spätgotischen Nikolaus-Kapelle ausgestellten Exponate jedes Jahr zahlreiche Besucher. Doch in den vergangenen anderthalb Jahren war die Domschatzkammer wegen Umbau- sowie Restaurierungsarbeiten an verschiedenen Objekten geschlossen.
Inzwischen hat sie wieder geöffnet. Die von vielen mit Spannung erwartete Wiedereröffnung wurde mit einer kleinen Feierstunde eingeleitet, an der neben Kulturdezernentin Marianne Grosse auch der Kulturdezernent Peter Krawietz und Alt-OB Jens Beutel teilnahmen.

Danach hatten die zahlreichen Besucher die Gelegenheit, einen Blick auf Kostbarkeiten zu werfen, die Ihresgleichen suchen. Beispielsweise das aus byzantinischer Seide gefertigte

Die Wiedereröffnung der Domschatzkammer stieß auf große Resonanz. Foto: Ralph Keim

Messgewand vom Erbauer des Doms, Erzbischof Willigis, der 1011 verstarb. Oder auch der Chormantel von Bischof Joseph Ludwig Colmar (1760 bis 1818). Bei dem Mantel handelte es sich um ein Geschenk von Kaiser Napoleon Bonaparte und dessen Ehefrau Josephine.

In den vergangenen knapp 20 Monaten war der unersetzliche Chormantel aufwendig restauriert worden. Zuvor war er wegen seines schlechten Zustands über Jahrzehnte unter Verschluss gehalten worden. Insgesamt sind in der Domschatzkammer rund 80 Exponate zu sehen, darunter faszinierende Goldschmiedearbeiten, aber auch die Hirtenstäbe des am 11. März verstorbenen Kardinals Karl Lehmann.
Waren die bis in die Gegenwart reichenden Exponate der Schatzkammer früher in ihrer Präsentation chronologisch angeordnet, steht jetzt die Funktion und deren Erläuterungen im Mittelpunkt. Für die Domschatzkammer zeichnet Winfried Wilhelmy als Museumsdirektor verantwortlich.
Die Domschatzkammer hat dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“