An der Nato-Rampe haette man laengst einen Biergarten installieren koennen, findet Gerd Strotkoetter. Foto: Helene Braun

Laubenheim – Wann wird es endlich was mit unserer Naherholung, was ist mit dem Biergarten, was mit einer Liegewiese? Diese und ähnliche Anfragen erreichen Ortsvorsteher Gerd Strotkötter (SPD) jetzt immer häufiger. Doch nicht nur die Bürger werden ungeduldig, der Ortsvorsteher wird es langsam auch. Bereits im Sommer 2016 gab es eine Infoveranstaltung dazu. Strotkötter ist enttäuscht: „Man hat das Gefühl, dass nicht der Wille der Bevölkerung zählt, sondern der der Mitarbeiter des Grünamts. Hier sind 9500 Bürger, die nach Naherholung dürsten.“ Die Wiese, die vor zwei Jahren SPD und Grüne hergerichtet haben, sei entgegen der Abmachung mit der Stadt wieder verwildert.

Die gemeinsame Sitzung der Ortsbeiräte Laubenheim und Weisenau mit dem Grünausschuss soll in wenigen Tagen Aufklärung bringen. „Hier erwarte ich ein schönes Konzept und auch eine baldige Umsetzung“, so Strotkötter. Bislang habe man den Eindruck, die Stadt verstecke sich hinter der Planung. Wichtig ist Strotkötter festzulegen, wer die Pflege übernimmt. „Die Stadt Mainz ist noch nicht einmal in der Lage, die Nato-Rampe zu pflegen, da muss das Laubenheimer Umwelt-Team kommen.“ Er befindet, man hätte an der Nato-Rampe schon einen Biergarten installieren können. Hier hatte sich schon ein Unternehmer für Bewirtung und Pflege angeboten.

Mit Matthias Gill schwammen etliche Laubenheimer, auch Gerd Strotkoetter, den Rhein hinab. Foto: Helene Braun

Die im Planungsraum Süd vorgesehenen Renaturierungsmaßnahmen zwischen Campingplatz und dem Kiesgeschäft sind hingegen ein eigenständiges Projekt zur Gewässer- und Auenentwicklung am Laubenheimer Rheinufer und sollen als Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ realisiert werden. Ein Laubenheimer Unternehmer hätte viel Geld in den Rheinpart investieren wollen. „Man hat ihn weggetröstet mit dem Argument, die Obere Naturschutzbehörde genehmige nichts am Rhein.“ Strotkötter sagt: „Man setzt sich einfach nicht damit auseinander, das geht doch was.“ Auch die Gebäude auf dem ehemaligen Campingplatz hätte man schon niederlegen können. Der Entsorgungsbetrieb stehe hier in der Verantwortung. „Man kann nicht alles einfach verkommen lassen und jetzt mit der Verfüllung belasteter Materialien im Steinbruch viel Geld verdienen, das passt nicht.“

Super positiv findet Strotkötter die Aktion des Ebersheimer Ortsvorstehers Matthias Gill (Grüne), der mit dem Aufruf „Holt euch den Rhein zurück“ zum Schwimmen eingeladen hatte. Strotkötter mahnt aber auch: „Wir haben eine super Naherholung vor dem Haus, aber man sollte vorsichtig sein und nie alleine gehen, wenn man nicht so erfahren ist.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.