Nachwanderung macht Spaß, wenn sie gut organisiert ist. Die JU Nackenheim kann das. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Nackenheim – Spätestens als die Dunkelheit langsam auf die Weinberge von Nackenheim fällt, zeigt die Nachtwanderung der Jungen Union (JU) aus dem Weindorf die beabsichtigte Wirkung. „Die Spannung und die Aufregung waren den Kindern durchaus anzusehen“, berichtet Nils Schneider einige Tage danach.

Das Angebot war ein Teil des Ferienprogramms der VG-Jugendpflege, dem etwa 20 Kinder gefolgt sind. Seit ihrer Gründung in 2014 steuert die JU Nackenheim Angebote für die Ferienbetreuung bei.

Die Ankündigung, dass am Ziel ein Feuer wartet, sorgt auch diesmal für gute Laune.

Es geht los. Erstaunlich brav folgen die Kids Markus Forschner. Er gehört wie Schneider zu den Gründern der Nackenheimer JU, die „aus der Kerbejugend hervorgegangen“ sei, wie er erzählt. Er führt die Gruppe an der Bergkapelle vorbei, wofür er einen kaum einsehbaren Weg wählt. Es geht über Treppen und Treppchen durch die so typischen für Nackenheim rot kolorierten Böden. An Kreuz oberhalb des Rheins legen die Wanderer einen Stopp ein. Herrliche Aussicht und ein Blick, der weit in das hessische Land auf der anderen Flussseite reicht, liegen ihnen zu Füßen.

Verschiedenen Aktionen der JU hinterlassen auch an anderen Stellen in der Gemeinde ihre Spuren. Beispielsweise jene an der Weinbergshütte, die das Ziel der Nachtwanderung ist. Regelmäßig werde das Häuschen von Unbekannten besprüht und verunreinigt, klagt Schneider. „Genauso regelmäßig antworten wir mit einer Gegenaktion, überstreichen die Schmierereien und bringen die Hütte in Ordnung.“ Forschner: „Wir waren im Ort schon davor ziemlich aktiv.“ In den Kerbejahrgängen eben. Doch wie ein Katalysator habe die Wahlunterstützung für die aktuelle Ortsbürgermeisterin, Margit Grub, gewirkt. „Wir konnten viele junge Menschen fürs Engagement begeistern“, erinnert sich Nils Schneider. Sodass die JU aus Nackenheim heute der größte Ortsverband in Mainz-Bingen ist. „Die JU steht zwar der CDU nahe, ist aber von der Partei völlig unabhängig“, so Forschner.

Nach der Pause dauert die Wanderung nicht mehr lange. Währenddessen haben andere Mitglieder der JU die Feuerstelle an der Hütte vorbereitet und Bänke aufgestellt. Angekommen, treffen die Kinder auf mittlerweile brennendes Feuer. Jetzt heißt es, rasch mal den Durst löschen, dann den Teig um den Stock wickeln und ab ans Feuer. „Kannst du mir helfen?“, bittet ein Mädchen um Unterstützung. „Na, klar“, antwortet Philipp Stumm, ein weiteres JU-Mitglied. Er sorgte mit Kollegen für den Transport der Leckereien. Stumm gehört ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern. Jetzt spielt er mit dem Gedanken, sich bei der nächsten Kommunalwahl um einen Platz im Gemeinderat zu bewerben. Zusammen mit noch einem Kollegen. Den Kindern, die rund um die Feuerstelle Platz genommen haben, sind solche Gedanken egal. Viel wichtiger ist es, dass der Teig nicht vom Stock hinunterfällt. Doch auch für kleine Bedürfnisse fühlen sich die Jungs und Mädels von der JU aus Nackenheim zuständig.

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