Isa Kilwink liest Ausschnitte aus „Das Feld“ von Robert Seethaler. Foto: Elke Fauck

GONSENHEIM – „Gartenarbeit ist für mich keine Last, sondern Entspannung“ war Katrin Klenks Antowort auf das Kompliment, das ihren wunderschön angelegten Garten am Gonsbach betraf. Bäume, Sträucher, Stauden, alles fachmännisch aufeinander abgestimmt – die optimale Atmosphäre für eine Lesung am Sonntagnachmittag.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Literatur in Gärten“ war Gonskultur zu Gast im Garten von Katrin und Markus Klenk. Gonskultur-Vorsitzende Nela Kunigk begrüßte zur dritten Open-Air-Lesung in diesem Jahr.

SWR-Redakteurin Isa Kilwink las Ausschnitte aus „Das Feld“, dem neuesten Roman des Schriftstellers und Trägers diverser Literaturpreise, Robert Seethaler. Das bisher berühmteste Buch des Autors, „Der Trafikant“, hat dem 1966 geborenen Österreicher einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft. Seethaler betrachtet Menschen nach innen gekehrt und ohne Vorurteile. „Das Feld“ besteht aus einzelnen Begebenheiten verschiedener Protagonisten, die sich jedoch wie ein Puzzle zusammenfügen lassen, so dass am Ende eine Geschichte daraus entsteht. Das Feld ist der Kirchhof in Paulstadt, einer beliebigen Kleinstadt, der der Bestsellerautor diesen Namen verliehen hat. Hier erzählen die Toten rückblickend.

Eine Lehrerin, die vom ersten Kennenlernen ihres neuen Kollegen und späteren Ehemanns bis zu ihrem letzten Atemzug erzählt, Sonja Meyer, die mit ihrem Großvater Schach spielt und er immer wieder fragt, wann seine Frau, die seit 20 Jahren tot ist, nach Hause komme. Oder Susanne, die ihre nicht ganz unkomplizierte Leidensgenossin Henriette, die sich selbst als „Teilzeitenthusiastin“ bezeichnet, bis zu deren Tod begleitet und 26 Tage später selbst stirbt – alles zusammen lässt ein Buch der Menschenleben entstehen.
Robert Seethalers Meisterwerk umfasst viele Menschenleben, die letztendlich ineinander verschmelzen. Es entstand ein Roman, der zum Nachdenken anregt und dennoch sehr unterhaltsam ist. An allen vier August-Samstagen finden weitere Lesungen statt. Details unter: www.gonskultur.de.

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Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.