Kraft und Ausdauer sind gefragt und werden trainiert. Foto: Helene Braun

Mombach – Ein einzelner Vater sitzt in der Eintracht-Halle und beobachtet zufrieden lächelnd, wie sein Kind am Rhönrad balanciert. Die riesigen Teile können bei Anfängern leicht Angst auslösen, denn zuvor weiß niemand, was passiert, begibt man sich das Rad hinein und beginnt es zu rollen. Überall in der Halle sind die Übungsleiterinnen Sabine Mies und Astrid Krimm dabei, Kindern und Jugendlichen Hilfestellung zu geben und sie sanft nach vorne zu treiben. Die Ferienkartenaktion am Rhönrad bietet der Mombacher Turnverein jedes Jahr an und sie ist sehr beliebt, wie man an der Anzahl der Teilnehmer erkennen kann.

„Es macht halt Spaß“, sagt Übungsleiterin Sabine Mies, die ein paar Grundelemente erklärt. Anspannen, die Arme strecken, Knie hoch, und jetzt muss sich das Kind halten können. Bei größeren Schritten bewegt sich das Rad schneller, die Kinder können selbst entscheiden, ob sie große kleine Schritte machen. Kraft und Ausdauer im Gleichgewicht sind gefragt. Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren konnten teilnehmen, wenn es auch weniger auf das Alter als auf die Körpergröße ankam. Niemand darf größer sein als 1,75 Meter, niemand kleiner als 1,20 Meter. Für alles dazwischen hält der Verein passende Rhönräder bereit.

Manche hatten Erfahrung im Turnverein, andere überhaupt keine Vorkenntnisse, einige wollten das Schnuppertraining zu einem Kurs ausweiten. Doch hier stehen schon viele Kinder auf der Warteliste. Das Übungsangebot beim MTV im Rhönradturnen umfasst Stunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von Anfänger- bis zu Leistungsgruppen. Und wer hier noch keinen Platz findet, hat beim MTV die große Auswahl: Von A wie Aroha® bis Z wie Zumba® ist alles dabei.

Das Rhönrad wurde in den 1920er Jahren von Otto Feick in Schönau an der Brend erfunden. Der ursprünglich aus der Pfalz stammende Schlosser erinnerte sich im Gefängnis, zur Zeit der widerrechtlichen Besetzung der Pfalz, an ein Erlebnis aus seiner Kindheit, bei dem er in einer fassähnlichen Konstruktion aus der großväterlichen Schmiede einen Hügel hinunter rollte.

Von dieser Erinnerung inspiriert, entwickelte Otto Feick während seiner Haft das Turngerät, welches er sich 1925 patentieren ließ und nannte es nach seinem neuen Heimatort Schönau an der Brend in der Rhön, „Rhönrad“.

Neben dem heute bekannten Rhönrad, dem damaligen Universalrad, entwickelte er drei weitere Arten von Rädern: das Exzelsior-Rad, das Globus-Rad und das Dreia-Rad. Bewährt hatte sich jedoch nur das Universalrad, die heute bekannte Form des Rhönrads.

Weitere Infos zum Turnverein unter www.mombacher-turnverein.de.