Das Schifferstechen war Höhepunkt von „Wein am Rhein". Foto: Claudia Röhrich

NIERSTEIN – Eine tolle Sache war auch in diesem Jahr das Schifferstechen am Sonntag von „Wein am Rhein“. Mit Stangen, an deren Spitzen ein Gummiball befestigt war, versuchten die Schiffer ihre jeweiligen Gegner von den schmalen Bootsplanken ins Wasser zu stoßen – und das seit 1935.
Die Männer, drei Kinder und zwei Frauen kämpften auf den Planken der mit Fähnchen geschmückten Boote. Das Schifferstechen ist jahrzehntlange Tradition beim Winzerfest und lockte einige Menschen an das Rheinufer. Die Finalrunde auf dem Niersteiner Winzerfest sorgte für Hochspannung. Die ersten Gegner-Paarungen stiegen auf die Planken, die in den Wellen so schön schwankten.

Manche Kämpfe endeten sehr schnell und spektakulär, mal durch die Stange des Gegners, mal durch fehlende eigene Balance. Der traditionsreiche Wettkampf hat durchaus auch strenge Regeln: Jeweils einen Strafpunkt gab es, wenn mit dem Fuß hinter die weiße Linie auf dem Brett getreten wurde, im Kampf die eigene Stange mit einer Hand loslassen oder man griff die Stange des Gegners und hielt sie fest.
Die Kämpfe dienten den Schiffern vor langer Zeit dazu, die besten Liegeplätze in einem Hafen zu ergattern, erklärte ein Moderator. Die Kinder und die Damen boten ebenfalls spannende Kämpfe, einmal kam es sogar zu einem Geschwisterkampf. Nils Steinfurth konnte sich freuen vor Leon Bloos, der zuerst ins Wasser fiel.

Natascha Kähler errang nach 19 Sekunden den Sieg, indem sie Sophie Gröhl von der Planke stieß. Spannendes Drama im Finale, ein echtes Geduldsspiel war der Endkampf der Herren. Diesmal standen sich Hans Wehrheim und Daniel Martins-Amaral gegenüber. Über eine längere Zeit konnte keiner den anderen in den kühlen Rhein stoßen. Dann doch, der Sieger hieß Hans Wehrheim, ein Sieger mit 24-Jähriger Erfahrung.
„In diesem Jahr ist das Weinfest in die große Kulturwoche der Stadt eingebunden“, erklärte Bürgermeister Thomas Günther. Das Besondere daran war, Schiffseigner Karl Strack machte in dieser Zeit mit seinem Veranstaltungsschiff „Cassian Carl“ am Niersteiner Ufer fest und bot eine schwimmende Bühne.

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Claudia Röhrich
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.