Die Fußballfans sind nach dem unruehmlichen Ausscheiden nur noch konsterniert. Foto: Karl Eigenbrodt

NEUSTADT – Alles oder nichts. Weiterkommen oder ausscheiden. Das letzte Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft hatte es in sich. Die Ausgangslage: Mit zwei Toren Unterschied gegen Südkorea gewinnen und man ist weiter. Es kommt anders. Und die Fans stürzen ins Tal der Tränen, beispielsweise in einer Neustadt-Kneipe.

Nach den ersten Minuten macht sich eine seltsame Stimmung breit. Nicht wenige haben vor Beginn auf einen klaren Sieg der deutschen Mannschaft getippt. Immerhin spielen acht Weltmeister immer noch mit und Südkorea scheint diesem Team einfach nicht gewachsen zu sein. Doch je länger das Spiel geht, umso klarer scheint es jedem zu werden, dass nur Weltmeister zu sein nicht reicht, um Spiele zu gewinnen. Die beiden Südkoreanerinnen in der Kneipe begreifen langsam, dass es für ihr Land doch noch was zu gewinnen gibt bei dieser Weltmeisterschaft.

Und ähnlich wie Jogi Löw starren viele fragende Gesichter auf den Bildschirm. Nichts scheint zu helfen. Die Fans in der Kneipe der Neustadt versuchen mit Galgenhumor der schlechten Stimmung entgegen zu wirken. „Ja, das wird schon noch.“ So noch der allgemeine Tenor. Der Kommentator fasst das Spiel nach knapp einer Halbzeit noch passend zusammen: „Nein die spielen nicht in Zeitlupe, das ist wirklich so.“ Endlich mal ein Lachen bei den Fans.

Bald ist klar: Ein 0:0 reicht den Deutschen also nicht mehr zum Weiterkommen. Wieder ein Tor in der 95. Minute würde aber reichen. Doch niemand glaubt so richtig daran. Ein Spiegelbild der Mannschaft zeigt sich hier beim Public Viewing. Keine Emotionen und man fühlt sich ein wenig fehl am Platz.

Das Tor für Südkorea wird nur noch mit einem ironischen Lachen hingenommen. Obwohl es noch mal durch den Videoschiedsrichter überprüft wird, ist sich jeder sicher, dass das Turnier jetzt vorbei ist. Die ersten Blicke wenden sich jetzt ab vom Bildschirm. Es geht zurück in den Alltag. Ohne Fußball. Ohne Weltmeisterschaft. Das zweite Tor der Südkoreaner besiegelt dann endgültig die bittere Niederlage. Deutschland ist raus und am Ende niemand so wirklich überrascht.

Am Ende bleibt Ratlosigkeit. Darüber, was jetzt gerade passiert und wie es denn jetzt wohl weitergeht. Positiv kann man dabei nur sagen, dass Deutschland bei der Weltmeisterschaft mit 3 Punkten immerhin mehr erreicht hat als Italien oder die Niederlande dieses Jahr. Nun muss man aber trotzdem die Rückreise antreten. Begleitet wird man dabei von Ländern wie Panama oder Tunesien.

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