Die Behaelter werden spaeter die Funktion von riesigen „Thermoskannen“ uebernehmen. Foto:KMW

Mombach – 2017 hat der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) erstmals den Tag der Daseinsvorsorge ins Leben gerufen. Bundesweit nutzten Dutzende kommunale Unternehmen diese Möglichkeit, um die Bedeutung ihrer Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. In Mainz stand vor einem Jahr das Thema Trinkwasserversorgung im Mittelpunkt der Aktion. In diesem Jahr ist als Tag der Daseinsvorsorge der morgige Samstag, 23. Juni, gewählt worden. Thema im Jahr 2018: die unverzichtbare Versorgung der Menschen mit Wärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung.

Auf der Ingelheimer Aue entstehen auf dem Gelände der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG aktuell zwei innovative Anlagen, um die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit der umweltfreundlichen Fernwärme zu sichern und auszubauen. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, zugleich VKU-Präsident und KMW-Aufsichtsratsvorsitzender, informierte mit seinem Wiesbadener Kollegen Oberbürgermeister Sven Gerich und den KMW-Vorständen Dr. Lars Eigenmann, Jörg Höhler und Stephan Krome die Medien heute über die neue Wärmeplattform, die ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro umfasst.

Michael Ebling und Sven Gerich machten beim Baustellenrundgang darauf aufmerksam, dass die Wärme- und Stromversorgung der Menschen zweifelsfrei zur Daseinsvorsorge zählt. Da das bestehende Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der KMW AG unter anderem wegen der Energiewende und des Preisverfalls an der Strombörse heute deutlich weniger im Einsatz ist als noch vor wenigen Jahren und damit als Haupterzeuger der Fernwärme in Mainz stark an Bedeutung verloren hat, haben sich die Städte und die kommunalen Versorgungsunternehmen links und rechts des Rheins frühzeitig Gedanken gemacht, die wie Versorgung der Bürger mit Fernwärme auch mittel- und langfristig gesichert werden kann. Die Antwort ist die Wärmeplattform, die gerade auf der Ingelheimer Aue entsteht.

Diese Wärmeplattform besteht eigentlich aus zwei miteinander verknüpften Projekten: Eine zentrale Rolle spielt zum einen das neue Blockheizkraftwerk, das seit April 2017 auf dem Kraftwerksgelände entsteht. In diesem Kraftwerk werden nach der Inbetriebnahme im Herbst/Winter zehn große Gasmotoren aus dem Brennstoff Erdgas Wärme und Strom produzieren. Die zweite Komponente dieser Plattform ist eine neue Wärmespeicheranlage. Diese Anlage besteht aus drei Behältern, jeder Behälter ist ca. 43 Meter hoch und hat einen Durchmesser von ca. 12 Meter. Die Speicherkapazität eines Behälters, die später die Funktion von riesigen „Thermoskannen“ übernehmen werden, beträgt rund 250 MWh.

Mit Hilfe der Wärmespeicheranlage kann die erzeugte Abwärme aus dem neuen Blockheizkraftwerk energetisch optimal genutzt werden. Die Wärmespeicher sind mit heißem Wasser gefüllt, das die Abwärme des Blockheizkraftwerkes über Stunden und Tage speichern und bei Bedarf ins Fernwärmenetz abgeben kann. Hauptaufgabe der Anlage ist damit die zeitliche Entkopplung der Stromerzeugung des sich im Bau befindlichen Blockheizkraftwerkes und des bereits bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerks der KMW vom Fernwärmebedarf. Damit wird der Nutzungsgrad der Stromerzeugungsanlagen der KMW deutlich gesteigert. Der Bau des Wärmespeichers startete im Juli 2017, die Inbetriebnahme ist im Herbst 2018 geplant.

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