Beim Sommerfest der Roemerquelle traf sich ganz Finthen. Die Ortsbeiratsmitglieder Stefanie de Vries und Manfred Mahle (beide SPD) und Alexander Chatzigeorgiou (re.), Vorsitzender IG Layenhof, trafen sich zu einem Plausch, hinten Andrea Reimuth (li.) und Daniela Linnartz. Foto: Helene Braun

Finthen – Die Angebote im Mehrgenerationenhaus Römerquellentreff sind so vielfältig wie das Leben, das macht sich auch am alljährlichen Sommerfest bemerkbar. Die Nähgruppe machte Vorführungen, das Jugendzentrum lud zu Spielen und alkoholfreien Cocktails ein, die Volkstanzgruppe „Guter Mix“ zeigte Osteuropäisches. Eine Tombola versprach tolle Preise, eine Popcornmaschine sorgte für Feierlaune und die riesige Kuchentheke ist immer der Renner. Und innen waltet Daniela Linnartz, die Koordinatorin seit fast einem Jahr. Die Diplom-Sozialarbeiterin bei der Diakonie Mainz-Bingen, einer der Träger, löste im August 2017 Andrea Reimuth ab, die sich nicht nehmen ließ, Fest und Kollegin zu besuchen. „Als ich anfing, hatte ich schon einen sehr guten Eindruck vom Quartier“, so Linnartz. Einmal in der Woche hatte sie sich bei Reimuth im Vorfeld schon eingearbeitet.

Es sei in der Tat eine große Aufgabe, die 49 Ehrenamtlichen, die sich auf der Römerquelle engagieren, unter einen Hut zu bekommen und jedem dabei gerecht zu werden. Dabei schätzt Linnartz das Engagement der Bewohner sehr. Aber es geht im MGH nicht nur um sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Linnartz leistet noch sehr viel mehr. „Durch unsere Lebensberatung kommen Menschen mit allen nur möglichen Anliegen zu uns, ob familiäre Probleme, Schwierigkeiten beim Ausfüllen von Formularen oder dem Umgang mit den öffentlichen Ämtern im Vordergrund stehen.“ Nicht einfach sei es auch, die sehr vielen Nationen, die unter den 4500 Menschen der Römerquelle leben, zusammenzubringen. „Wenn es unser Angebot nicht gäbe, das wäre eine Katastrophe für das Quartier“, weiß Linnartz. Das erste Jahr hat ihr gezeigt, dass es gut wäre, auch eine jüngere Generation an Ehrenamtlichen würde sich zur Verfügung stellen. „Es ist schwer, Nachfolger zu finden für die, die jetzt das Ehrenamt so leben wie sie es tun.“, sagt sie. „Wenn das funktioniert, ist das MGH ein Selbstläufer.“

Ähnlich sieht es Birendra Singh vom Verein Römerquellentreff, der beim Fest wie üblich die Kasse und die Essens- und Kuchenbons verwaltete. Er wünscht sich allgemein noch mehr Ehrenamtliche. „Wir haben Glück, einen solchen Treffpunkt zu haben“, sagte Singh in seiner Ansprache. Niemand solle sich auf der Römerquelle alleine fühlen, denn: „Das Haus gehört uns allen und wir sind verantwortlich dafür, was darin geschieht.“ Es brauche noch viel mehr Menschen, die aktiv mitwirkten.

Ortsvorsteher Herbert Schäfer setzt ebenfalls auf das Miteinander. Einen schönen Erfolg konnten er und der Ortsbeirat verzeichnen, als es endlich gelungen war, Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner bereitzustellen. Auch hier hatten sich die Bewohner, insbesondere Birendra Singh, engagiert.

Teilen
Vorheriger ArtikelNeunjähriger von Passant geschlagen
Nächster ArtikelKinder wachsen über sich hinaus
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.