Lara Koss (r.) und Alba Reicheneder vom ASV belegten bei ihrer Team-Premiere in der Kategorie C1 den achtbaren sechsten Platz. Foto: Annette Pospesch

LAUBENHEIM – Radschlag, Flick Flack oder Salto – für die 235 Sportakrobaten der 34. Nachwuchsmeisterschaft, die vom Verein Sport+Akrobatik 1999 e.V. Mainz-Laubenheim (SAV) erneut in gewohnt professioneller Manier ausgerichtet wurde, waren diese Kunststücke ein Leichtes. Die Sportler aus 17 verschiedenen Vereinen kamen dafür fast aus der ganzen Bundesrepublik nach Laubenheim gereist. Über acht Stunden lang gab es in der Halle spannende Choreografien und waghalsige Sprünge der jungen meist weiblichen Artistinnen zu sehen, die ihr Talent für diese besondere Sportart unter Beweis stellen konnten.

Die Sportakrobatik, die in ihrem Ursprung zu den weltweit ältesten, speziell trainierten Körperübungen zählt, ist eine gelungene Mischung aus Partner- und Bodenakrobatik, bei der Handstände, Hebungen, Saltos, Wurfelemente und Sprungreihen zu ausdrucksstarker Musik choreografiert werden.

Eine Einzelsportart ist die Sportakrobatik definitiv nicht. „Hier turnt keiner alleine. Es sind immer Paare oder Teams, die zusammen auf die Matte gehen. Das macht auch den Sport vom sozialen Aspekt her interessant, denn die Größeren lernen schon früh, sich um die Kleineren zu kümmern“, informiert der Vereinsvorsitzende des SAV, Martin Graw.

Bewertet werden die einzelnen Teams nach sauberer Technik und künstlerischer Ausführung von den jeweiligen Kampfgerichten. Rund zwei Minuten haben die Sportakrobaten für ihre Vorstellung Zeit, dabei sollte jeder Griff, jeder Schritt und Sprung sicher sitzen, damit auch die spektakulärsten Hebe- und Wurffiguren klappen. Wer hier nicht völlig konzentriert und diszipliniert ist, bekommt Punktabzug. „In diesem Jahr arbeiten wir zum ersten Mal mit dem digitalen System „AcroScore“, das erleichtert die Auswertung der Jury ungemein und erlaubt eine direkte Übertragung der Ergebnisse auf eine für die Zuschauer sichtbare Leinwand“, freute sich Martin Graw über die Neuerung.

Trotz der waghalsigen Tricks haben die Sportler keine Angst, wenn sie auf der Matte sind. Vertrauen in den Partner und die Teamkollegen wird hier großgeschrieben. „Angst haben wir nicht, Respekt sollte man allerdings immer haben“, beschreiben die Schwestern Isabell und Lara Koss das Gefühl. „Wir üben neue Elemente erst einmal mit Hilfestellungen durch unsere Trainer, dann erst werden sie in eine Choreografie eingebaut. Lara startete bei diesem Wettbewerb zum ersten Mal als sogenannte Unterfrau. Bislang war sie es, die durch die Luft gewirbelt wurde, nun hat sie mit Alba Reicheneder eine jüngere und kleinere Partnerin. Die beiden meisterten diese Premiere zauberhaft. Insgesamt erzielten die Sportler des SAV beachtliche Ergebnisse. Besonders erwähnenswert sind dabei die 2. Plätze der Teams Nina Krebühl, Rica Schäfer und Juna Weck sowie Isabel Koss, Eva Backfisch und Marika Henschel. In der jüngsten Altersklasse belegten die Teilnehmer des SAV die Plätze drei (Tyra-­Kimberly Schifferdecker und Neele Kickuth), vier und fünf.

Nach der Meisterschaft heißt es wieder fleißig trainieren. Bis zu drei Mal die Woche trainieren die Schützlinge des SAV Mainz-Laubenheim, um für den nächsten Wettkampf top vorbereitet zu sein.