Alles Wichtige fuer die Nachwelt hat Ortsbuergermeister Thomas Becker-Theilig (re.) in die Zeitkapsel gepackt, v.l. Architekt Stefan Ries, Lothar Dongus, Landschaftsplaner, Bauunternehmer Ruediger Horn, MdL Nina Klinkel, Guenter Achatz, Vorsitzender Turnverein, VG-Buergermeister Robert Scheurer, 1. Kreisbeigeordneter Steffen Wolf. Foto: Helene Braun

Bodenheim – „Für unsere Gemeinde ist dieses Projekt ein Zukunftsprojekt“, sagte Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig zu Beginn der Feierstunde, die als Krönung die Grundsteinlegung für den 1. Bauabschnitts des Sportareals „Bürgel“ zur Folge hatte. Nicht das einzige Zukunftsprojekt in der Gemeinde: Die Ortsrandstraße ist fertig, die Baugebiete und das Gewerbe wachsen, Kitas schießen wie Pilze aus dem Boden.

Erster Beigeordneter Thomas Glück machte klar, es habe 20 Jahre gebraucht bis zur Grundsteinlegung. Die ersten Überlegungen stellte bereits Alfons Achatz, 1998 Bürgermeister, an. Bis 2015 hatte die Gemeinde am kommunalen Entschuldungsfonds teilgenommen. „Die Frage, ob wir die Sportanlage brauchen, stand nie zur Diskussion, sondern wie wir sie finanzieren können“, so Glück. In der ersten Stufe wird die Turn- und Gymnastikhalle gebaut. Bis zum Jahresende soll sie fertig sein, damit im Januar 2019 der Sportbetrieb starten kann. Dafür sind zurzeit 3,8 Millionen Euro veranschlagt. Eine Dreifeld-Mehrzweckhalle schließt sich dann im Norden direkt an, sie wird mit 4,5 Millionen Euro kalkuliert. Die Dreifeldhalle wird Mehrzweckhalle auch für Kulturveranstaltungen.

Der dritte Bauabschnitt schließlich enthält nach Osten hin eine komplette Leichtathletik-Anlage mit einer 400 Meter-Rundbahn. Insgesamt werden die Kosten auf 11,5 Millionen Euro geschätzt. Zuschüsse gibt die VG beim ersten Bauabschnitt, für den zweiten stehe man in Verhandlung mit dem Land, die Finanzierung des dritten Bauabschnitts ist noch offen. Da es die erste leichtathletische Anlage in der VG wird, setze man auf die Unterstützung durch das Land und den Kreis. In fünf Jahren soll das gesamte Sportareal fertig sein. Der Turnverein wird sich für eine Springgrube mit 40.000 Euro aus der Ehrenamtsförderung des Kreises beteiligen. Kredite muss die Gemeinde dennoch aufnehmen.

Bereits in den 90er Jahren verfügte Bodenheim über Sportvereine, die sehr aktiv waren. Die Sportflächen reichten nicht mehr und es war absehbar, dass die Sportanlagen am Guckenberg saniert werden müssten. Der damalige Rat beschloss, den Guckenberg gänzlich aufzugeben und den Bürgel für die Sportstätten zu ertüchtigen. Damals waren 15 Millionen Euro veranschlagt und schon von daher war die Sache im Rat nicht unumstritten. Es folgten in den Jahren danach politische Auseinandersetzungen, auch die Bürgerschaft war in der Frage gespalten. Die Jahre vergingen, bis einmal sogar die Schließung der Sportstätten drohte. Über ein mehrstufiges Moderationsverfahren suchte Becker-Theilig zu Beginn seiner Amtszeit die unterschiedlichen Lager zusammenzuführen. Inzwischen wurden nun Hallendach und Energetik am Guckenberg saniert, ein neuer Rasenplatz geschaffen, und die Ergänzungsbauten sollten im Bürgel entstehen.

Die 65.000 Quadratmeter am Bürgel werden nun je zur Hälfte in Sport- und Gewerbefläche aufgeteilt. Im Süden refinanzieren die Gewerbeflächen den Sportbereich. 18.500 Quadratmeter werden im Herbst 2018 verkauft, was zur Refinanzierung des ersten Bauabschnitts hergenommen wird.

Vorheriger ArtikelEinbruchsdiebstahl in Einfamilienhaus
Nächster ArtikelSchlauchwaschanlage in Nackenheim in Betrieb
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.