„First Dog“ Nelson nahm erst mal einen großen Schluck vom Weihwasser. Foto: Helene Braun

Hechtsheim – Zwei Tage haben sich Vorsitzender Kurt-Reinhard Leussler und sein Stellvertreter Oliver Kraus-Greger mit dem Platz in der August-Horch-Straße beschäftigt, um ihn für die Hundesegnung präsentabel zu gestalten. Seit fünf Jahren hat der Mainzer Hundeverein den Gottesdienst mit anschließender Segnung der Tiere im Jahresprogramm, seit fünf Jahren nimmt sich Pfarrer Michael Bartmann die Zeit. Kein leichtes Unterfangen für ihn diesmal, denn es war so heiß, dass auch leichter bekleideten Gästen der Schweiß lief. Der Pfarrer im Messgewand über der Kleidung und sich bei jeder Segnung der gut 40 Hunde bückend, hatte es schwerer als jeder andere an diesem Sonntag.

Die Hundebesitzer mit ihren Tieren, geschützt unter einem Zeltdach, lauschten den Worten Bartmanns, der sich ja bekanntlich nun aus Hechtsheim verabschiedet. Für die Segnung aber würde er im nächsten Jahr vielleicht wiederkommen, stellte er Leussler in Aussicht. Annette Roos blies das Waldhorn zu den Liedern, Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich versuchte währenddessen, den Hund des Pfarrers, Leo, im Zaum zu halten. Denn er wollte immer wieder zu seinem Herrchen zurück, der allerdings am Altar beschäftigt war. Auch Ortsvorsteher Franz Jung war dabei wie jedes Jahr mit seinem Hund Barney.

Bartmann sagte, manchmal werde die Bedeutung der Tiersegnung von Leuten angezweifelt. Auf deren Frage, ob er denn nun wirklich auch Hunde segnen müsse, antworte er: „Ja, das muss ich. Es geht darum, dass wir unseren Blick weiten auf das Geschaffene und die Kreatur.“ Der Mensch solle in seinem heutigen Allmachtsgefühl nicht vergessen, dass er selbst nur ein Teil der Schöpfung, nicht deren Herr sei. Schön gewählt war hier das Lied „Komm bau ein Haus“, in dem auch die Tiere Beachtung finden. „Die Hunde sind Mitgeschöpfe“, das wollte Franz Jung in seiner Ansprache verdeutlichen.

Ganz gespannt aber waren alle auf den „Auftritt“ vom Ersten Bürger der Stadt, OB Michael Ebling, dessen Vierbeiner Nelson vor drei Jahren allen anderen die Schau stahl. Nelson war damals geradezu über Michael Bartmann hergefallen, leckte ihn vor Freude von oben bis unten ab und machte sich dann über das Weihwasser her. Das war diesmal nicht anders, doch etwas ruhiger, wenn auch nur ein klein wenig, scheint er geworden zu sein. Vom Weihwasser, zum Segnen gedacht, nahm er aber wieder einen großen Schluck. „Er meint es ja nur gut“, nahm Ebling seinen Vierbeiner in Schutz.

Was besonders anrührend rüberkam: Jedes Tier segnete Pfarrer Bartmann einzeln, sprach die Segensworte, strich den Hunden liebevoll mit dem Weihwasser über den Kopf. Ein Leckerli gab´s zuvor und danach. Er habe auf Mainzer Fleischwurst umgestellt, verriet der Pfarrer, das schmecke den Tieren besser als sein früheres Leckerli.