Das nahe des Hauptbahnhofs angesiedelte Haus des Jugendrechts steht unter der Leitung von Michael Elsen. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Im Mai 2008 nahm das Haus des Jugendrechts in Mainz als zweite Einrichtung dieser Art in Rheinland Pfalz seine Arbeit auf. Damit blickt diese Institution unter der Leitung von Michael Elsen auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück, das mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür gefeiert wurde.

Dabei betonten der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin und Oberbürgermeister Michael Ebling die Bedeutung einer solchen Einrichtung, wenn es um die Bekämpfung von Jugendkriminalität geht. Im Haus des Jugendrechts arbeiten Polizei und Staatsanwaltschaft unter einem Dach zusammen, um gemeinsam und optimiert dafür zu sorgen, dass Straftaten von jugendlichen Tätern zügig von der Justiz verfolgt und aufgeklärt werden.

Ebenfalls eingebunden sind die freien Träger der Jugendhilfe mit ihren pädagogischen Angeboten, die unter anderem im Haus des Jugendrechts angesiedelt sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist nämlich die Prävention von Jugendkriminalität durch Aufklärungs- und Interventionsmaßnahmen. Zudem hat sich im Haus des Jugendrechts eine anwaltliche Beratungsstelle angesiedelt.

Vor zehn Jahren wurde in Mainz das Haus des Jugendrechts eroeffnet. Foto: Ralph Keim

Oberstes Ziel ist, jugendliche Stratäter davor zu bewahren, zu sogenannten Intensivtätern beziehungsweise Schwerstkriminellen zu werden. Es gilt, so die Redner der Feierstunde, kriminelle „Karrieren“ zu verhindern. Laut Justizminister Mertrin ist die Jugendkriminalität in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Für den Minister basiert dieser Erfolg unter anderem auf der erfolgreichen Arbeit der Häuser des Jugendrechts.

OB Ebling ging unter anderem auf die Eltern der Jugendlichen ein, die nicht selten hilflos mitansehen müssen, wie der Sohn oder die Tochter in die Kriminalität abgleite. Auch den Eltern helfe das Haus des Jugendrechts mit seinen pädagogischen Angeboten.

Zwischenzeitlich gibt es in allen Oberzentren in Rheinland-Pfalz Häuser des Jugendrechts und es wird geprüft, diese Kooperationsform zwischen den verschiedenen am Jugendstrafverfahren beteiligten Behörden auch auf Räume außerhalb der Oberzentren auszudehnen. Ein Haus des Jugendrechts ist zudem in den beiden hessischen Kommunen Hanau und Offenbach geplant.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“